Technik

Drei Tricks, um Deinen Bildaufbau in den Griff zu kriegen

1. Verwende ein Stativ

Das entschleunigt das Arbeiten. Wenn man seine Kamera erst einmal auf dem Stativ hat und dieses in Position gebracht hat, dann will man nicht nur einen Schnappschuss machen. Wenn man sich zwingt, mit Stativ zu arbeiten, achtet man sofort intensiver auf den Bildaufbau.

2. Reduziere die Menge an Aufnahmen

Tu so, als hättest Du einen Film mit 36 Aufnahmen. Kein Klick-klick-klick und zu Hause wird nachgesehen, welches Foto unter den vielen gelungen ist. Wenn man von einem Motiv nur ein Bild machen darf, überlegt man sich, welches es sein soll.

3. Stelle Deine Kamera auf Schwarz-Weiß

Ein großartiger Trick für alle, die im RAW-Format fotografieren: Stell einfach das Display auf monochrom um, oder fotografiere in Schwarz-Weiß (dadurch wird das Vorschaubild ohne Farben dargestellt, das RAW enthält natürlich alle Farben). Welche Methode Deine Kamera voraussetzt, kannst Du googeln. Wenn die Farben fehlen, sieht man sofort die Kontraste und den Bildaufbau.

Wenn Du erfahren willst, wie man ein Bild aufbaut, welche Regeln, Tipps und Techniken Du für Dich nutzen kannst, dann schau einfach bei unsere Workshop “Bildgestaltung und Stilistik” vorbei!

Die 10 größten Fehler fortgeschrittener Fotograf*innen

Was sind nun die Fehler, die Fortgeschrittene machen? Zugegeben, zwischen Anfänger und Meister liegt die längste Strecke, und wie sich jeder entwickelt, ist höchst unterschiedlich. Manchmal macht man über Jahre hinweg einen bestimmten „Anfängerfehler“, während man in anderen Punkten schon zu Beginn des Fotografierens gut unterwegs war. Das hängt immer damit zusammen, wie man in die Fotografie eingestiegen ist und wie man sich in ihr weiterentwickelt. Daher ist diese Liste – wie jede andere – ein wenig willkürlich und subjektiv.

1. Fotografie-Fehler: nicht in RAW fotografieren

Ja, die jpgs sehen besser aus als die RAW-Dateien. Ja, die kamerainterne Bearbeitung ist vom Hersteller optimal auf die Kamera abgestimmt und die Ergebnisse sind in der Regel toll. Ja, wenn man Urlaubsfotos macht, kann man sich Wochen der Nachbearbeitung sparen, wenn man jpgs hat. Aber: Die meisten Kameras erlauben, beide Dateiformate zu speichern, dann hat man die jpg-Dateien, wenn es schnell gehen muss. Auf die RAW-Bilder sollte man aber nie verzichten. In der Nachbearbeitung lassen sich nur aus den RAW-Daten noch die letzten Bildinformationen herauskitzeln und das Bild „machen“, also die Entscheidung über sein Bild selbst zu treffen. Denn so gut die jpg-Umwandlung der Kameras auch sein mag: Sie ist niemals individuell. 

Darüber hinaus gibt es einen zweiten guten Grund, seine Fotos in RAW zu erstellen: Wer im Besitz der RAW-Datei ist, kann sich im Zweifelsfall ganz schnell als Urheber eines Fotos legitimieren.

2. Fotografie-Fehler: Bilder nicht bearbeiten. 

Ja, es gibt die Menschen, die sagen, ein Fotograf muss so arbeiten, dass das Bild mit dem Drücken des Auslösers fertig ist. Und tatsächlich: Das Foto sollte zumindest in seiner Komposition ein perfektes Bild geben. Bei Portraits sollten Kleidung und Haare schon vor dem Auslösen optimal sitzen und so oft korrigiert werden, bis es passt. Die Zeit, die man in der Bildbearbeitung für schlecht sitzende Haare und Kleidung aufwenden muss, steht in keinem Verhältnis dazu, Bürste und Haarspray einzusetzen und das Hemd zurechtzuziehen. Aber niemand sollte auf die Idee kommen, das Endergebnis der Kamera zu überlassen. Fotos nicht zu bearbeiten – Weißabgleich, Höhen, Tiefen und Mittelwerte, Kontrast und Schärfe –, ist schlicht absurd. Natürlich soll man seine Bilder bearbeiten, bis sie so aussehen, wie man sie in natura empfunden hat bzw. sie haben will. Bis der Horizont gerade ist und kleine Fehler ausradiert sind. Bis der Bildlook genau dem entspricht, den man haben will. Die Bildbearbeitung im Grundsatz (und wir reden jetzt nicht über Fehler, Unvermögen oder geschmackliche Abscheulichkeiten) zu verteufeln, kann nur die Ausrede von Menschen sein, die sich die Arbeit nicht machen wollen, Bildbearbeitung zu erlernen, und daher aus Unkenntnis sprechen. Aber dagegen lässt sich ja etwas unternehmen 

3. Fotografie-Fehler: Einstellungen nicht zurücksetzen

Ein Klassiker, der einem auch nach Jahren immer wieder passieren kann. Zumeist hat man eine „für alle Fälle“-Einstellung an seiner Kamera, sagen wir mal Auto-ISO, Blendenvorwahl mit Offenblende und Single-Autofokus, um für Schnappschüsse gewappnet zu sein. Dann ändert man seine Einstellungen für eine konkrete Situation – und vergisst dann, alles wieder auf Standard zu setzen. Blende, Verschlusszeit und ISO hat man zumeist noch im Blick, aber gemein wird es, wenn man auf manuellen Fokus umgestellt hat und beim nächsten Projekt im Eifer des Gefechts nicht bemerkt, dass das Fokussiergeräusch ausbleibt … 

Und wo wir schon beim Technischen sind: Manche Fehler passieren einem in allen Phasen der Fotografenkarriere: Akku vergessen, falsche Objektive einpacken, falsches Outfit wählen. Das ist normal. 

4. Fotografie-Fehler: Bilder nicht auf dem Display kontrollieren

Der Blick durch die Kamera und der Blick aufs Display unterscheiden sich nicht in dem, was zu sehen ist, sondern darin, was man wahrnimmt. Wenn man durch die Kamera blickt, verliert man schnell die Ränder aus dem Blick bzw. verzieht die Kamera beim Auslösen noch ein Stückchen. Wenn man sich angewöhnt, nach jedem Foto das Ergebnis zu überprüfen, entwickelt man schnell einen guten Blick für die Fehler im Bild: Abgeschnittene Bildelemente (auch Schatten!) sieht man auf Anhieb, aber auch Dinge, die nicht ins Bild gehören, die einem zuvor aber nicht aufgefallen waren, und die nur schwer wegretuschiert werden können.

Der Blick ins Display bedeutet auch, das Bild in die 100 %-Ansicht zu ziehen, um die Schärfe beurteilen zu können. Dabei würde dann auch auffallen, wenn man (siehe Fehler 3) den Aufofokus abgeschaltet hatte …

5. Fotografie-Fehler: nicht mit Stativ arbeiten

Ein gutes Stativ gehört zu den essentiellen Ausstattungsgegenständen eines Fotografierenden. Zum einen braucht man es für Belichtungszeiten, die aus der Hand nicht zu halten sind, und vielleicht auch für Positionen, in die man sonst nicht kommt. Aber abgesehen von diesen technischen Notwendigkeiten, lehrt einen ein Stativ, präzise und überlegt zu arbeiten. Es ist eine hervorragende Übung, eine gewisse Zeit grundsätzlich mit Stativ zu arbeiten. Zum einen überlegt man sich, ob das Motiv es wirklich lohnt, das Stativ aufzubauen. Man macht also schon mal eine Menge Bilder nicht. Bei allen anderen wird man mit Ergebnissen belohnt, die deutlich besser komponiert sind, als „mal eben aus der Hand“. Man wird überlegter arbeiten und das Motiv schon vor dem Auslösen überprüfen und sich korrigieren.

6. Fotografie-Fehler: den Blitz verteufeln

Okay, den internen Blitz kann man in der Regel komplett vergessen. Profi-Kameras verzichten daher auf ihn. Für den Systemblitz und andere Beleuchtung gilt aber, was zum Thema Bildbearbeitung geschrieben wurde: Diejenigen, die die „Available-Light-Monstranz“ vor sich hertragen, benutzen sie in der Regel als Schutzschild, um fehlendes Wissen und Können zu verbergen. Das Thema Licht – und damit auch die Verwendung eigener Lichtquellen – ist der Dreh- und Angelpunkt der Fotografie. Licht macht aus einem Feld einen Sehnsuchtsort, aus einem „Passfoto“ ein geheimnisvolles Portrait. Wer nicht nur mit dem Licht arbeitet, das schon vorhanden ist, sondern nach eigenen Vorstellungen Licht ergänzt und einsetzt, ist ein Fotograf im Wortsinn, jemand, der mit Licht malt. Dass die ersten Versuche zumeist scheußliche Ergebnisse liefern, spricht ja nicht gegen den Blitz, sondern sollte zum Üben ermuntern. Zum Beispiel bei uns im Blitzkurs.

7. Fotografie-Fehler: keinen eigenen Stil finden

Den eigenen Stil entwickelt man im Lauf der Zeit. Aber nur, wenn man systematisch an sich und seinen Motiven arbeitet. Zunächst werden andere diesen Stil entdecken, indem sie einem die Bilder korrekt zuordnen können. Beim Vergleichen mit anderen Fotos kann man seine Eigenheiten dann auch selbst erkennen. Nun muss man diese kultivieren, charakteristische Elemente noch weiter ausbauen und vor allem bei der Auswahl und Präsentation der Bilder alle weglassen, die diese klare Handschrift nicht tragen. 

8. Fotografie-Fehler: stehenbleiben

Klar, man entwickelt Schwerpunkte und Vorlieben. Und daraus, siehe Punkt 7, seine Handschrift. Doch reicht es nicht, an diesem Punkt zu verharren: Man muss sich weiterentwickeln. Neue Techniken zu lernen und andere Sujets zu fotografieren ist der eine Teil, daraus aber auch den eigenen Stil immer wieder zu erneuern, ist der andere Teil der Entwicklung. Bei allen bedeutenden Künstlern ist eine Entwicklung zu erkennen, Phasen, in denen bekanntes Terrain verlassen wurde. Man muss damit nicht unbedingt sofort nach außen treten, sondern kann mit dem Bewährten seine „Marke“ etablieren, aber hinter den Kulissen sollte Neues erprobt werden. Und sei es nur, damit einem die Fotografie nicht plötzlich langweilig wird.
Dazu gehört in der Fotografie auch, seinen Fokus von der Technik zu nehmen und sich den Inhalten und den künstlerischen Aspekten zuzuwenden. Wer sich darauf beschränkt, seine Aufnahmen technisch immer besser zu machen, wird dennoch nicht zu guten Bildern kommen, sondern nur zu einer verfeinerten Version allseits bekannter Fotos.

9. Fotografie-Fehler: nicht in Equipment investieren

Das ist der Gegenpol zum klassischen Anfängerfehler, bei dem die Anschaffungen zum Spaß gehören und für man sich regelmäßig Häme abholt: „Erst mal die Möglichkeiten der Kamera ausreizen“, heißt es dann, oder „weniger für die Hardware ausgeben, sondern in Reisen und Weiterbildung investieren“. Und das stimmt auch. Ehe man seine erste Kamera nicht im Schlaf bedienen kann, weiß, welche Einstellungen für welches Ergebnis verantwortlich sind, und ein Foto auch inhaltlich komponieren kann, sollte man vor die Tür gehen und fotografieren, statt sich in Testcharts von Objektiven zu vergraben. Häufig wird ja der Vergleich zum Kochen gezogen, dass ein guter Koch auch mit schlechten Töpfen ein wunderbares Gericht zaubern könne. Trotzdem finden sich in der Küche eines Profis die teuersten Messer, etliches Spezialgerät und ausgefallene Zutaten. Irgendwann wird es also Zeit, die Dinge anzuschaffen (kaufen, mieten oder leihen), die man für seine Bildideen braucht. Dann spricht auch nichts dagegen, sich regelmäßig die neueste Kamera zu kaufen, denn auch dort gibt es stets Verbesserungen, die auf die Bildqualität durchschlagen.

10. Fotografie-Fehler: nicht in Museen gehen

Museen, Galerien, Bücher, natürlich auch das Internet, das sind Quellen der Inspiration. Kunst lebt von der Innovation, davon, sich von allen anderen abzusetzen. Das muss nicht den eigenen Geschmack treffen, schon alleine die Begeisterung dafür, dass jemand eine Idee hatte und diese umgesetzt hat, ist ein enormer Antrieb. Es spricht nichts dagegen, eine Anregung aufzugreifen und zu adaptieren. Vielleicht entsteht daraus eine weitere Idee, ein ganz anderer Ansatz. 

Die Auseinandersetzung mit Künstlern und deren Wirkung auf einen selbst, das Nachdenken über Fotos, das Betrachten, das länger als einen Mausklick oder ein Fingerwischen dauert, all das wirkt sich auf die eigene Fotografie aus. In Museen empfiehlt es sich, die Führungen mitmachen, und in Galerien, die Galeristen erzählen zu lassen. Gerade bei Letzteren erfährt man eine Menge nicht nur über den Künstler und sein Werk, sondern auch über Trends und die Stories, mit denen die Werke verkauft werden. 

Wer wissen will, was in diesem Moment ausgestellt ist, findet die Antworten hier.

Laszlo Moholy-Nagy

Fotografieren: Planung oder Experiment?

Fotografische Experimente sind keine Schnappschüsse, sondern eine Abfolge von Idee, Konzept, Planung, Umsetzung und einer großen Zahl an Wiederholungen und Variationen. Wer schon lange und intensiv fotografiert, wird fast zwangsläufig beginnen zu experimentieren. Mit Objektiven, Brennweiten, Belichtungszeiten sowieso, aber auch mit allen nicht-technischen Aspekten. 

Googelt man „Fotografie“ plus „Experiment“, dominieren Links zum Bauhaus, genauer gesagt zum „New Bauhaus Chicago“, der Institution, die László Moholy-Nagy nach seiner Übersiedlung in die USA begründet hatte. 

Moholy-Nagy hat seine Ursprünge in der Malerei, war dabei aber jedem Fortschritt und Wandel zugewandt. Als er 1923 Nachfolger Johannes Ittens am Bauhaus in Weimar und Dessau wurde, war die Fotografie dort noch nicht als Fachbereich etabliert: Erst 1929 wurde die Fotografie eigenständiges Lehrfach. Da hatte das Medium längst seinen Siegeszug angetreten. Mit der Veröffentlichung der Leica, der ersten Kompaktkamera, im Jahr 1925 wurde die Fotografie erschwinglich und erreichte eine breitere Öffentlichkeit. Das wurde natürlich auch im Bauhaus registriert und von Moholy-Nagy befeuert. Die Begeisterung für die Möglichkeiten wuchs, zunächst noch unter dem Dach der anderen Fachrichtungen. Einerseits diente die Fotografie der Dokumentation der Zeit, aber als Kunstform brauchte es mehr als das Ablichten des Offensichtlichen. Also wurde experimentiert: Mit ungewohnten Perspektiven und Verzerrungen, Anschnitten und Ausschnitten wurde dem Foto der dokumentarische Charakter genommen. Es wurde sogar auf die Kamera verzichtet und mit Gegenständen auf fotografischem Papier getüftelt: dem Fotogramm. Sieht man von Vorläufern ab, ist László Moholy-Nagy der bedeutendste Vertreter des Fotogramms und derjenige, der es etablierte.

Im Bauhaus wurde das Experiment in der noch jungen Kunstrichtung bzw. dem noch jungen Handwerk hochgehalten. Neben dem Fotogramm waren Mehrfachbelichtungen oder auch Negativ-Arbeiten beliebt. Mitunter entsprangen die Experimente schlicht dem (technischen) Unvermögen, dem Spiel mit der Leica und dem faszinierten Entdecken der Resultate dessen – erst 1929, nach dem Weggang Moholy-Nagys, wurde mit Walter Peterhans ein junger Berufsfotograf verpflichtet, den ersten offiziellen Fotografiekurs zu geben und auch das Handwerk der Fotografie zu vermitteln. Da hatte sich das Experiment längst als Teil des „Neuen Sehens“ etabliert und konnte auch durch den sachlichen Stil, der nun vermittelt wurde, nicht völlig verdrängt werden. Der Charakter der Fotografie am Bauhaus ging danach trotzdem in eine andere Richtung. Experimente wurden nun mit verschiedenen Emulsionen oder Lichtsituationen gemacht, um die Unterschiede zu erleben und das „beste“ Ergebnis zu extrahieren. Vom „Neuen Sehen“ Moholy-Nagys wandelte sich das Bauhaus zu einer Schmiede handwerklich perfekter Fotografie, die dem Alltag der Zeit dienen sollte und sich der Sachfotografie in Werbung und Presse widmete.

© Marwin Vigoo
© Marwin Vigoo

Das Experiment, ob „künstlerisch-kreativen“ oder technischen Ursprungs, ist der Fotografie erhalten geblieben. Allein das Fotogramm wurde von vielen bekannten Fotografen aufgegriffen, seien es Chargesheimer oder Floris Michael Neusüss sowie in jüngerer Zeit Adam Fuss oder Thomas Ruff. 

Eine sehr faszinierende Arbeit, eine weitere Interpretation des Fotogramms, kommt von Martin Klimas. Er ordnet Folie auf einem Leuchttisch an und erstellt mit seiner Kamera einen knapp einminütigen Film dieses Arrangements – während er einen vorgesetzten Polfilter einmal um 360° dreht. Das Ergebnis – zwischen Film und Foto, ist ein Blickfang – in dem man sich stundenlang verlieren könnte:

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3568 from Martin Klimas on Vimeo.

Klimas beweist, dass das Experimentieren selbst mit sehr alten Konzepten noch immer zu unerwarteten und hochinteressanten Ergebnissen führen kann, wenn man einen Schritt weiterdenkt und den Rahmen des Üblichen verlässt. 

 

Fotogramm: László Moholy-Nagy

© Kerstin Schütze

Ein Tag am Strand

Sommer, Sonne, Strand und Meer: Der Urlaub ruft, und oft geht es im Sommer an den Strand. Egal ob im Süden oder in den Norden, am Meer können wir abschalten, die Seele hat ihren Freiraum und die Sehnsucht darf sich austoben. Um die Stimmungen am Strand einfangen zu können, nehmen wir gerne die Kamera mit und geben unser Bestes, um diese Momente auf die Speicherkarte zu bannen.

So sehr wir Sand und Meer lieben: Unsere Kamera steht nicht besonders auf Strand und Meer, daher einige Tipps für ein langes Leben der Kamera und der Objektive.

  1. Halte Sand und Salzwasser von der Kamera fern. Das gelingt am besten, wenn die Kamera und vor allem auch die Kameratasche erst gar nicht in die Nähe des Sands kommen. Mach Dir vorab Gedanken, welche Kameratasche Du mitnimmst, und ob Du wirklich alle Objektive für den Ausflug benötigst. Objektivwechsel am Strand sind immer kritisch, vor allem jedoch wenn es windig ist, daher kann es sinnvoll sein, besser ein lichtstarkes Zoomobjektiv mitzunehmen. Wenn Du trotzdem das Objektiv wechseln musst, dann dreh Dich mit dem Rücken zum Wind und halte die Kamera senkrecht nach unten. Sei vor allem schnell und achte darauf, dass keine Teile in den Sand fallen, auch keine Objektivdeckel. Diesen solltest Du am Strand immer dabeihaben und nutzen.
  2. Am Strand werden Sand und Salzwasser leicht aufgewirbelt, zumal es am Strand meist sehr windig ist. Dadurch kann eine Kameraausrüstung mit Salz in Berührung kommen, obwohl sie gar nicht im Wasser war. Reinige Deine Kamera nach jedem Strandtag sorgfältigmit einem weichen, fusselfreiem Tuch – Mikrofaser- oder Bambustücher eignen sich besonders gut dazu. Solltest Du feststellen, dass Sand ins Gehäuse geraten ist, lass die Kamera von einem professionellen Service durchchecken.
  3. Wenn Du nahe ans Wasser gehst, reicht eine Welle, um Deine Kameraausrüstung dauerhaft zu schädigen. Besser ist es, gleich entsprechend vorbereitet loszugehen und beispielsweise eine wasserdichte Kompaktkamera als Zweitkamera dabei zu haben. Eine andere Möglichkeit ist ein passendes Unterwassergehäuse. In beiden Fällen kannst Du gefahrlos fotografieren. Eine Kamera, die gegen Spritzwasser geschützt ist, ist nicht für einen Ausflug ins Meer geeignet!
  4. Wenn Du tagsüber am Strand bist, nimm einen Polarisationsfilter mit. Der hilft nicht nur, klarere und farbintensivere Bilder zu erhalten, er schützt auch das Objektiv.
  5. Im Urlaub kann man auch mal zu ungewöhnlichen Tageszeiten an den Strand gehen. Frühmorgens oder nachts sind weniger Menschen am Strand und das Licht eignet sich besonders für Langzeitaufnahmen. Nimm dazu ein stabiles Stativ mit. Manche Stative sind salzwasserbeständig, meist jene aus Carbon. Achte auf die Hinweise des Herstellers, bevor Du Dein teures Stativ in die Brandung stellst. Auch das Stativ freut sich nach dem Strandtag über eine gründliche Reinigung mit Süßwasser.
  6. Um zu verhindern, dass das Stativ langsam im Sand (oder einem anderen weichen Untergrund) einsackt, gibt es einige professionelle Hilfsmittel zu kaufen. Man kann sich die Sache aber auch im DIY-Verfahren einfach machen. Wenn Du noch ein paar alte CDs herumliegen hast, nimm diese mit. Mit dem Spike im Loch der CD hast Du einen simplen und effektiven Schuh für das Stativbein. Wenn Du zwei CDs miteinander verklebst, wir das Ganze noch etwas stabiler.

© Antje Terhaag

Adobe RGB oder sRGB?

Wer hat sich diese Frage noch nicht gestellt …

Spätestens in der RAW-Entwicklung steht man vor dem Problem, welchen Farbraum man am besten für seine Fotobearbeitung verwendet. Und was ist das eigentlich?
Ein Farbraum ist die Menge an darstellbaren Farben (unabhängig von der Luminanz).

sRGB ist der Standard für alle Digitalmedien im Consumerbereich. Günstige Fotokameras, Monitore und Drucker arbeiten mit diesem Farbraum. Auch große Verbraucher-Fotolabore und kleine Fotodruckerein in den Innenstädten setzen sRGB vorraus. Da dieser Standard nie wirklich festgesetzt wurde, er aber doch überall vorausgesetzt wird, nennt man ihn einen Quasi-Standard.

Adobe wollte die Farbräume RGB und CYMK (so nennt man den Druckfarbraum) miteinander verbinden, entwickelte in den 1990er-Jahren diesen Farbraum und veröffentlichte ihn 1998. Seitdem wurde er immer weiterentwickelt, vor allem im Grün- und Cyanbereich, um vor allem Naturtöne feiner darzustellen.

Allerdings benötigt man entsprechende Hardware wie eine Kamera, die dieses Farbspektrum aufnehmen, einen Monitor, der es darstellen, und einen Drucker, der es umsetzen kann. Wie man sich vorstellen kann, ist diese ziemlich teuer oder kompliziert in der Anwendung (vor allem das Drucken)

Die Ergebnisse sind von Laien auch kaum zu unterscheiden, deswegen wird es hauptsächlich in der technischen, medizinischen und künstlerischen Fotografie benötig, in der feinste Farbvariationen sichtbar sein müssen.

Man sollte sich also überlegen ob man mit dem sRGB oder Adobe RGB Farbraum arbeiten möchte, außer man fotografiert im RAW-Format – dort wird der Farbraum erst beim Entwickeln in Camera RAW festgelegt.

© Antje Terhaag

ISO

ISO, also International Organisation of Standardization, bezeichnet eigentlich eine Normung. Was hat das mit meiner Kamera zu tun? Es bezeichnet in der Fachsprache die Empfindlichkeit des Sensors, genauer die techische Normungsklasse ISO 5800. Klassischerweise werden diese in den Verdopplungstufen angegeben, angefangen von ISO 100 – 200 – 400 – 800 – 1600 – 3200 – 6400. Einige Systeme erlauben auch eine Empfindlich unter 100, jedoch eher im professionellen Segment. Seit einigen Jahren bieten digitale Kameras auch die Option auf Drittelstufen in der ISO-Einstellung an. Einen praktischen Nutzen hat dies aber kaum und dient vor allem als Verkaufsargument.

Die ISO ist also die Empfindlichkeit, fangen wir beim kleinsten ISO-Wert an: Hier ist der Sensor am unempfindlichsten und erlaubt längere Belichtungszeiten und die höchste Bildqualität. Denn mit zunehmender ISO-Leistung verschlechtert sich diese, es entsteht Rauschen.

 

Warum rauscht es bei hoher ISO?

 

Mit höhere Empfindlichkeit soll eben auch möglichst viel Licht wiedergegeben werden, welches durch das Objektiv eingefangen wird. Um das zu erreichen, wird der CCD-Sensor mit höherer elektrischer Ladung versorgt. Da der Sensor immer eine Grundspannung hat, wird diese mit höheren Empfindlichkeiten als Licht wahrgenommen und überdeckt genau jenes Lichtspektrum, welches schwächer ist als das der Grundspannung.

Die Chiphersteller haben in den letzten Jahren allerdings sehr viel erreicht in der Vermeidung des Rauschens, wenn man mal die High-ISO-Photos der letzten 5-6 Jahre vergleicht mit den heutigen, dann schimpft man schon auf sehr hohem Niveau. Im Beispielfoto wurde mit ISO 6400 gearbeitet.

 

Wofür braucht man höhere Empfindlichkeit im Sensor?

 

Nehmen wir mal, an es ist sehr hell am Tag, die Sonne scheint und wir haben ein gutes und lichtstarkes Objektiv. Dann ist alles in Ordnung. Sobald man aber in die Dämmerung gelangt und/oder das Objektiv nur eine geringe maximale Blendenöffnung zulässt, gerät man schnell in die Situation, dass die Belichtungszeit zu lang wird – vor allem bei langen Brennweiten (starker Zoom).

Um (ohne Stativ) nicht zu verwackeln, muss die Belichtungszeit aber (relativ) gering sein. Um also dem Sensor die Möglichkeit zu geben, noch das letzte bisschen Licht aus einer Situation zu holen, erhöht man eben die ISO, die Empfindlichkeit.

Eine hohe ISO hat aber auch noch einen weiteren Vorteil: Sie hat eine flachere Gradation, das heißt, dunkle Stellen werden etwas aufgehellt und helle etwas abgedunkelt. Hierdurch ergibt sich ein weicher und flacher Kontrast, was  mehr Details zulässt. Welche Einstellung das beste Qualitäts-Kontrastumfang-Verhältnis hat, kann niemand so pauschal sagen: Dies hängt vom Alter des Geräts, dem Modell und der Auslösezahl ab.

 

ISO-Rauschen als Stilmittel

 

Grundsätzlich gilt es, das technische Rauschen zu vermeiden und möglichst viel Bildqualität zu erhalten. Dies gilt vor allem in der handwerklichen Fotografie.

Anders ist es in der künstlerischen Fotografie: Hier kann man gar mitunter nicht genug gekommen von gewollten Abbildungsbeschränkungen, die noch mehr Abstraktion zulassen.