Manheim ist das letzte Dorf im rheinischen Braunkohlerevier, das umgesiedelt wurde. Zunächst sollten dieses Dorf und die umliegenden Wälder für den Braunkohleabbau abgebaggert werden. Mit der Entscheidung, die Braunkohleförderung im Jahr 2030 einzustellen, war die Abbaggerung von Manheim nicht mehr notwendig.
Dennoch ging die Zerstörung der Kulturlandschaft weiter. Die neue Begründung: Wir brauchen den Kies, um Böschungen zu sichern. So sollte das Manheimer Wäldchen, am Rande von Manheim, gerodet werden. Ich verstand nicht, warum ein ganzes Dorf und weitere Wälder zerstört werden sollten, um Kies abzubauen. Ich war mit meinem Unverständnis nicht allein und traf auf eine Gruppe von Leuten, die sich gegen die Rodung dieses Waldes wehrten.
Junge Leute verteidigten die Bäume mit persönlichem Einsatz. Sie übernachteten bei eisigen Temperaturen auf den Bäumen. Es wurde demonstriert. Es wurde musiziert. Es wurde gesungen. Trotzdem wurde ein Großteil des Waldes zerstört. »Nur« die Bäume, die die Waldbewohner*innen mit ihren Körpern verteidigten, überlebten die Rodungssaison. Die Fotos zeugen von den Waldspaziergängen und der Stimmung nach der Zerstörung des Waldes. Waldspaziergänge sind friedliche Demonstrationen, die in bedrohten Wäldern stattfinden. Als ich den Wald nach der Rodung besucht habe, musste ich an die Verse von Rafael Alberti denken – hier übersetzt von ChatGPT:
Heute rissen sie einen Baum aus der Erde.
Er war selig und jung, unschuldig, stolz erhoben,
mit klarem Ruf zum Himmel geboren
und einer holden Zukunft unter Sternen verschrieben.
Es war der Versuch, Halt zu sagen – und sie haben nicht angehalten.