Reise

© Kerstin Schütze

Ein Tag am Strand

Sommer, Sonne, Strand und Meer: Der Urlaub ruft, und oft geht es im Sommer an den Strand. Egal ob im Süden oder in den Norden, am Meer können wir abschalten, die Seele hat ihren Freiraum und die Sehnsucht darf sich austoben. Um die Stimmungen am Strand einfangen zu können, nehmen wir gerne die Kamera mit und geben unser Bestes, um diese Momente auf die Speicherkarte zu bannen.

So sehr wir Sand und Meer lieben: Unsere Kamera steht nicht besonders auf Strand und Meer, daher einige Tipps für ein langes Leben der Kamera und der Objektive.

  1. Halte Sand und Salzwasser von der Kamera fern. Das gelingt am besten, wenn die Kamera und vor allem auch die Kameratasche erst gar nicht in die Nähe des Sands kommen. Mach Dir vorab Gedanken, welche Kameratasche Du mitnimmst, und ob Du wirklich alle Objektive für den Ausflug benötigst. Objektivwechsel am Strand sind immer kritisch, vor allem jedoch wenn es windig ist, daher kann es sinnvoll sein, besser ein lichtstarkes Zoomobjektiv mitzunehmen. Wenn Du trotzdem das Objektiv wechseln musst, dann dreh Dich mit dem Rücken zum Wind und halte die Kamera senkrecht nach unten. Sei vor allem schnell und achte darauf, dass keine Teile in den Sand fallen, auch keine Objektivdeckel. Diesen solltest Du am Strand immer dabeihaben und nutzen.
  2. Am Strand werden Sand und Salzwasser leicht aufgewirbelt, zumal es am Strand meist sehr windig ist. Dadurch kann eine Kameraausrüstung mit Salz in Berührung kommen, obwohl sie gar nicht im Wasser war. Reinige Deine Kamera nach jedem Strandtag sorgfältigmit einem weichen, fusselfreiem Tuch – Mikrofaser- oder Bambustücher eignen sich besonders gut dazu. Solltest Du feststellen, dass Sand ins Gehäuse geraten ist, lass die Kamera von einem professionellen Service durchchecken.
  3. Wenn Du nahe ans Wasser gehst, reicht eine Welle, um Deine Kameraausrüstung dauerhaft zu schädigen. Besser ist es, gleich entsprechend vorbereitet loszugehen und beispielsweise eine wasserdichte Kompaktkamera als Zweitkamera dabei zu haben. Eine andere Möglichkeit ist ein passendes Unterwassergehäuse. In beiden Fällen kannst Du gefahrlos fotografieren. Eine Kamera, die gegen Spritzwasser geschützt ist, ist nicht für einen Ausflug ins Meer geeignet!
  4. Wenn Du tagsüber am Strand bist, nimm einen Polarisationsfilter mit. Der hilft nicht nur, klarere und farbintensivere Bilder zu erhalten, er schützt auch das Objektiv.
  5. Im Urlaub kann man auch mal zu ungewöhnlichen Tageszeiten an den Strand gehen. Frühmorgens oder nachts sind weniger Menschen am Strand und das Licht eignet sich besonders für Langzeitaufnahmen. Nimm dazu ein stabiles Stativ mit. Manche Stative sind salzwasserbeständig, meist jene aus Carbon. Achte auf die Hinweise des Herstellers, bevor Du Dein teures Stativ in die Brandung stellst. Auch das Stativ freut sich nach dem Strandtag über eine gründliche Reinigung mit Süßwasser.
  6. Um zu verhindern, dass das Stativ langsam im Sand (oder einem anderen weichen Untergrund) einsackt, gibt es einige professionelle Hilfsmittel zu kaufen. Man kann sich die Sache aber auch im DIY-Verfahren einfach machen. Wenn Du noch ein paar alte CDs herumliegen hast, nimm diese mit. Mit dem Spike im Loch der CD hast Du einen simplen und effektiven Schuh für das Stativbein. Wenn Du zwei CDs miteinander verklebst, wir das Ganze noch etwas stabiler.

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Aus-Flug

Eine Reise im E WIE EINFACH-Luftschiff

 

Der Anruf kam am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr: “Wir starten heute Abend, wie spontan seid ihr?”, gefolgt von einem zweiten Anruf zehn Minuten später: “Wir starten nicht in Düsseldorf, sondern in Köln. Könnt Ihr um 18 Uhr in Frechen sein?” Grundregel in der Fotografie: vorbereitet sein. Akkus werden sofort nach ihrer Benutzung aufgeladen. Glück gehabt. Also die Kamera ins Auto geworfen und ab auf die Autobahn.

Im Hangar stehen ein Kleinbus und ein Anhänger, in dem sich ein Luftschiff von der Länge eines Airbus A318 bequem unterbringen lässt. Von dort geht es mit der Crew zum Bilderstöckchen. Starten und landen kann der Zeppelin auf jeder größeren Wiese, deren Eigentümer es erlaubt. Wir teilen uns das Gelände am Butzweiler Hof an diesem Abend mit einem Heißluftballon. Auf der Fahrt gibt Hermann, unser Pilot, uns eine kurze Einführung, erklärt uns die drei verschiedenen Bau- und Funktionsweisen eines Luftschiffs und gibt uns die Sicherheitseinweisung. Ebenfalls im Bus: Die Bodencrew, Marius, Jonas, Thomas und Niclas, vier Studenten sachdienlicher Studiengänge (Jonas studiert beispielsweise Luft- und Raumfahrttechnik), die den Zeppelin gleich aufbauen, startklar machen, uns Starthilfe geben und am Zielort wieder “einfangen” werden.

 

 

Die Gondel ist massiv, die Sitze wirken bequem und die Gurte versprechen Sicherheit. Anfängerfehler: Wir haben unsere beim Start viel zu straff gezogen, was die Bewegungsfreiheit beim Fotografieren auf annähernd Null gesetzt hat … Die Außenhülle passt in einen Sack, der zwar deutlich größer als eine IKEA-Tasche ist, aber doch noch recht handlich aussieht. Routiniert befestigt die Crew den Stoffschlauch an der Gondel und entfaltet ihn dann auf voller Länge auf die Wiese. Dann wird erst einmal eine große Menge Kaltluft in die Hülle geblasen, ehe am Schluss der Brenner für das Aufheizen sorgt. Über eine Revisionsluke können wir einen kurzen Moment einen Blick ins Innere mit der Flamme bekommen. Dann schnell in die Sitze, und schon heben wir ab.

 

nicht schwindelfrei

 

Vor ein paar Jahren fing es an, dass ich Höhenschwindel entwickelte. Der Aufzug im Gasometer Oberhausen erfordert geschlossene Augen und einen Platz weit weg von der Glasfläche. Auf dem Rheinturm ist der Blick senkrecht nach unten ausgeschlossen, der Anblick von Menschen, die auf den schrägen Glasböden liegen, reicht für einsetzende Schnappatmung. Schlauerweise hatte ich bereits vor 16 Uhr das Thema Höhenangst und Heißluftballon gegoogelt. Dort wurde von mehreren Quellen plausibel erklärt, dass es sich beim Höhenschwindel um ein Kommunikationsproblem zwischen Körper und Augen handelt, das nur auftritt, wenn man Boden unter den Füßen hat. Beim Blick nach unten entstehen (den FotografInnen wohlbekannte) stürzende Linien, die die Verjüngung eines Gebäudes nach unten suggerieren und damit die Anmutung, das Gebäude würde kippen. Damit sollte ich in einem Luftschiff auf der sicheren Seite sein. Tatsächlich gab es nicht eine Sekunde lang ein mulmiges Gefühl. Nach kurzer Zeit habe ich mich (im Rahmen meiner Möglichkeiten) ganz weit rausgelehnt und senkrecht nach unten geblickt.

Die Zeit in der Luft verflog. Das Reiseobjektiv war eine gute Wahl, ein Objektivwechsel wäre zeitlich und logistisch unpraktisch gewesen. Wir kümmerten uns in der Zeit lieber um grafische Figuren am Boden – oder einfach alles, was wir erhaschen konnten. Die Bodencrew war währenddessen auf dem Weg zum Ziel, einer Grünfläche in Marienburg.

 

zurück auf Anfang

 

An die Landung hatte ich bis dahin noch keinen Gedanken verschwendet. Es war tatsächlich erstaunlich sanft. Das Team sicherte alles, öffnete die Hülle – und ehe man wirklich hinsehen konnte, war die Luft raus. Zumindest die große Menge. Den Schlauch völlig luftfrei zu kriegen, das war richtige körperliche Arbeit. Die wurde am Schluss mit einem alkoholfreien Bier belohnt, nachdem der ganze Stoff wieder in seinem Zuhause und alles zusammen im Anhänger verstaut war. Bei der Menge an Endorphinen in unserem Körper hätte Alkohol ohnehin keine Wirkung mehr gezeigt …

Wir waren gegen Mitternacht zuhause. Dann erst mal die Speicherkarten geleert. Auf einem Foto war ein Gebäudekomplex zu sehen. Ganz oben rechts, das sah merkwürdig aus. Winzig, aber merkwürdig. In der 100-Prozent-Ansicht war es deutlicher: ein Paar, das mal sehen wollte, was vor der Balkontür für ein Lärm passiert. Er in schwarzem Slip, sie hielt sich gerade mal ein Kissen vor den Körper. Mal sehen, was wir auf den anderen Bildern noch entdecken.

Dank an Hermann, die Crew und E WIE EINFACH für dieses Abenteuer und Volker Sternemann fürs Mitfliegen und einen Teil der Fotos.

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

© Kerstin Schütze

Appetizer

Auf Reisen muss man gut kalkulieren, nicht nur beim Budget, sondern auch bei der Zeitplanung. Fotografierende können ein Lied davon singen, dass das beste Licht dann zu finden ist, wenn die Begleitung zu Abend essen will – oder vor dem Aufstehen. Um alles unter einen Hut zu bringen, ist Planung angesagt. Dazu gibt es einige nützliche Helfer:

Es gibt eine Reihe von (kostenfreien) Apps, die den Sonnenaufgang und -untergang an beliebigen Orten anzeigen, dazu natürlich die Zeiten für die goldenen und blauen Stunden. Dazu zählen beispielsweise “Suncalc.net”,  “suncalc.org”, “Exsate Golden Hour” oder “Dusk and Dawn”.

Kostenpflichtig sind beispielsweise “Photopills” oder “TPE (The Photographer’s Ephemeris)”, die jeweils um die 10,– Euro kosten und ein deutlich größeres Leistungsspektrum  wie Sonnenstände etc. aufweisen. Beide sind für eher ambitioniertere Fotograf/innen gedacht. Wer über einen guten Internetzugang verfügt, kann TPE im Netz auch kostenlos nutzen: https://www.photoephemeris.com. Auch Google Maps und Google Earth bieten einige Features dieser Art.

Wenn man also weiß, wann man am besten fotografiert, sollten es natürlich auch die besonderen Orte sein, an denen man sein Stativ aufbaut. Auch hier gibt es nützliche Tools wie “Fripito”, die die heißesten Orte anzeigen, und zwar speziell für Fotografierende. Fripito bietet (noch) wenige Orte in Deutschland. Einzelne Locations müssen außerdem bezahlt werden, ehe man sie ansehen kann.

Locationscout (https://www.locationscout.net/home) ist nur im Netz verfügbar, setzt eine kostenlose Anmeldung voraus und ist vollständig in englischer Sprache. Dafür sieht man mitunter großartige Bilder, nach denen man sich strecken kann, und bekommt auch fotografische Hinweise mit kleiner Beschreibung und genauer Markierung auf der Landkarte – inklusive Sonnenauf- und untergang.

Empfehlenswert sind auch gute Wetter-Apps, die (wie RainToday) beispielsweise für die nächsten 45 Minuten Regenbeginn und Regenende anzeigen und (mit Ausnahmen) erstaunlich präzise sind. Es kann sich lohnen, seine Technik rechtzeitig ein- und wieder auszupacken …

© Antje Terhaag

Ich packe meinen Koffer

Fotograf/innen sehen nicht nur anders, sie packen auch anders: Neben Kleidung für jede Wetterlage (und jeden Untergrund) sind das natürlich Kamera(s), Akkus, Speicherkarten, Akkuladegerät, Stativ, eventuell Filter, Objektive, von denen meistens nur eins genutzt wird … denn alles will ja auch getragen werden.

Recherchiert vor der Reise, spätestens am Vorabend vor Ort, wo interessante Hotspots sind und wo man am nächsten Tag hin will.

Anregungen bietet die Recherche im Internet, insbesondere die Bildersuche bei Google, 500px oder der Fotocommunity. Die entsprechenden Gruppen bei Facebook können ebenfalls viele interessante Informationen liefern. Mit einer Wetter-App kann man abends sehen, ob sich ein Frühaufstehen lohnt oder nicht. Der Blick aufs Smartphone erspart manchmal das Weckerklingeln um 4 Uhr.

Vor der Reise empfiehlt es sich, für das jeweilige Reiseziel wichtige Apps herunterzuladen. Falls es Probleme mit dem mobilen Netz geben sollte, gibt es offline-Karten. Zudem hilft immer eine App für das örtliche Bus-, Straßen- oder U-Bahnnetz inklusive Fahrtzeiten.

Zusätzlich sollte man sich schlau machen, ob man an bestimmten Orten eine Fotografier-Erlaubnis braucht und wie man sie bekommt. Zumeist ist sie notwendig in Bahnhöfen, Museen oder botanischen oder zoologischen Gärten, und sie wird nicht immer kurzfristig ausgestellt. Also rechtzeitig recherchieren und beantragen. Informationen gibt es auf den jeweiligen Webseiten entweder über die Suchfunktion, die Hinweise für Besucher oder im Pressebereich. Wenn das Fotografieren erlaubt ist, kann die Nutzung der entstehenden Bilder aber eingeschränkt sein, es lohnt sich also die Frage, ob und wo die Fotos veröffentlicht werden dürfen, oder ob sie nur für den privaten Gebrauch im heimischen Wohnzimmer bestimmt sind.

© Kerstin Schütze

Zwischen elf und drei

… hat der Fotograf frei. So lautet eine der Fotografie-Bauernregeln, denn wenn die Sonne hoch steht, schmeichelt der Lichteinfall von oben keinem Portraitierten und auch keiner Landschaft, die durch die kurzen Schatten keine Tiefe erreicht. Und da natürlich die beste Zeit für tolle Landschaftsaufnahmen kurz vor und nach Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang ist, ist so ein Mittagsschläfchen ja auch nicht zu verachten.

Wer aber mit drei bis fünf Stunden auskommt, der kann auch die Mittagszeit nutzen: zum Essen, für Shoppingrunden, aber auch zum Fotografieren: Im Urlaub können das die Innenraumaufnahmen von Kirchen, Museen, Hotels oder Bahnhöfen sein (immer an die Fotografiererlaubnis denken), aber auch enge Gassen bekommen um diese Zeit etwas Licht ab. Im Grunde kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen oder einfach schon mal den besten Platz auskundschaften, wo dann abends oder frühmorgens das Stativ aufgebaut wird.