Projekt:
Dieses Projekt habe ich zusammen mit meiner fast 83-jährigen Mutter gemacht. Denn es hat mich sehr interessiert, was Heimat für sie bedeutet. Die Antwort kam sehr spontan: „Heimat ist dort, wo ich herkomme, wo ich geboren bin – in Grottkau/Schlesien. Von dort wurde ich jedoch während des Krieges vertrieben – gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester. Daher gibt es nur noch die Erinnerung daran. Und eine Handvoll Erde, die demnächst mal mit auf mein Grab gestreut werden soll.“
Dann wollte ich wissen, was denn dieses Haus für sie bedeutet. Auch hier eine schnelle Rückmeldung:
„Es ist mein Elternhaus, das mein Vater vor rund 70 Jahren gebaut hat. Hier habe ich fast mein ganzes Leben gewohnt – mit einer Ausnahme von ca. 15 Jahren. Dieses Haus gibt mir Sicherheit und das Gefühl, zu Hause zu sein. In vertrauter Umgebung zu leben, Wärme und Geborgenheit zu spüren, Ruhe zu haben, Freundschaften zu pflegen und mit der Familie zu feiern. Hier fühle ich mich einfach wohl. Auch wenn ich jetzt leider alleine leben muss. Es wäre schön, wenn ich nicht mehr umziehen müsste.“







Projekt:
Lockdown ohne Schlüssel –
ist das möglich?
Ja, es ist möglich –
hunderte Menschen mussten es ertragen.
Leiden ohne Schuld –
kann es das geben?
Ja, dies hat es gegeben –
die Geschichte dieses Gefängnisses zeigt es.
Lärm ohne Spiel –
ist das möglich?
Ja, es ist möglich –
als Mittel der Folter und Verachtung.
Lager ohne Sauerstoff –
kann es das geben?
Ja, dies hat es gegeben –
tagelang allein in einer beengten Kerkerzelle.
Latrinen ohne Schutz –
ist das möglich?
Ja, es ist möglich –
als menschenverachtende Maßnahme.
Leben ohne Sonne –
kann es das geben?
Ja, dies hat es gegeben –
jahrelang unter dem KGB-Regime.
Lebenslänglich ohne Strafprozess –
ist das möglich?
Ja, es ist möglich –
die Verurteilungen ertrugen es mit Würde und Geduld.
Alle inhaftierten Menschen mussten Los-lassen:
Ihre Familien und Freunde, ihre Freiheit und Freuden,
ihre Selbstständigkeit und Sicherheit.
Doch eins haben sie sich nicht nehmen lassen:
Ihre Hoffnung und Zuversicht auf ein mögliches Leben danach.
Und somit haben sie ihr LOS mit Würde akzeptiert.
Mögen die lebenden und nachfolgenden Generationen aus diesen Fehlern und Schicksalen lernen …







Projekt:
ein stiller moment
im vergessen glänzt der rost
zeit erzeugt spuren
Schönheit muss nicht immer offensichtlich sein.
Sie darf auch über Jahre entstehen.
Mit Rost, Spinnweben, Staub, Patina oder zerbrochenem Glas.
Es muss nicht alles glänzen und perfekt sein.
Schönheit darf auch gerne erst auf den zweiten Blick erkennbar sein.
Vielleicht siehst Du nur Form, Textur, Licht, Schatten oder Zersetzung?
Und Du wunderst Dich über die Unschärfe?
Mit dieser Serie möchte ich den Blick öffnen – auf das, was verborgen liegt
im Vergänglichen, Unvollkommenen und oftmals Übersehenen.
Die Bilder sollen Dir Raum geben für eigene Wahrnehmungen, Empfindungen und Gedanken.
Welche Erinnerungen werden wach? Welche Gefühle machen sich breit?







Projekt:
Aus der musikalischen Untermalung meiner Mixed-Media-Tätigkeit mit Papier, Tusche und Farben erwuchs ein Wiedergefunden-Erlebnis:
Die Musicals, die im Hintergrund liefen, wurden zum Vordergrund. An die Stelle der Mixed-Media-Arbeiten traten Fotografien aus der Musicalwelt, in der Bearbeitung neu arrangiert.





