Sieben Dinge kann man noch überblicken.
Oder auch nicht.
Sieben Tage ergeben eine Woche.
Sieben Brücken ein Lied.
Sieben Fehler vielleicht schon ein Muster.
Diese Ausstellung nimmt die Sieben beim Wort.
Als Ordnung, als Aberglaube, als Spielregel,
als kleine Zumutung an den fotografischen Blick.
Triggerwarnung!
Diese Ausstellung enthält Arbeiten, die Gewalt, sexualisierte Gewalt oder psychische Probleme thematisieren und in Wort und Bild darstellen.
In keinem Fall kam jemand für die Fotografien zu Schaden, entsprechende Szenen wurden – wenn überhaupt – nachgestellt.
Dennoch empfehlen wir Menschen mit entsprechender Disposition, die betreffenden Arbeiten ausgeblendet zu lassen.
Und Gott sah, dass es gut war! – Die sieben Tage der Schöpfung
Lied von Karat, 1979:
Über sieben Brücken musst du gehn
Sieben dunkle Jahre überstehn
Siebenmal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein
Sieben Brücken – Stationen in unserem Leben, die wir gehen können, gehen müssen, ohne zu wissen, wohin sie führen.
Manchmal liegt die Brücke einladend vor meinen Füßen.
Manchmal sieht sie stabil und leicht erreichbar aus.
Manchmal unscheinbar und praktisch.
Manchmal wie aus einer anderen Zeit.
Manchmal ist sie kaum als stabil zu erkennen.
Manchmal ist auf dieser Brücke lange niemand mehr gegangen.
Manchmal führt sie in Erinnerung, Ruhe und Besinnung auf das Wichtige.














Sieben Zwerge, aber kein Märchenwald.
Stattdessen Gartenzwerge, Souvenirs, Fußball, Tracht, Plastik, Porzellan, Farbe.
Jeder bringt seine eigene kleine Welt mit.
Ein bisschen niedlich.
Ein bisschen unheimlich.
Ein bisschen beleidigt vom Ernst, mit dem sie angeschaut werden.
















Meine Fotos laden dazu ein, die Wahrnehmung von Raum und Zeit zu hinterfragen. Die deformierten Schienen symbolisieren die Flexibilität und manchmal auch die Instabilität unserer Orientierung in der modernen Welt. Die geklonten sieben Uhren, bei denen der kleine Zeiger auf sieben steht, spielen mit dem Konzept der Zeit als etwas, das manipuliert oder wiederholt werden kann – eine Erinnerung daran, dass Zeit nicht immer linear verläuft, sondern auch subjektiv erlebt wird.
Die Augen auf den Uhren, die die Ziffern ersetzen, schauen in die Zeit und können als Metapher für menschliche Beobachtung und Interpretation unserer Umwelt verstanden werden. Sie erinnern uns daran, dass unsere Wahrnehmung der Zeit stets durch unsere Perspektive gefiltert wird – ein Blick, der sowohl neugierig als auch kritisch sein kann.
Die Fotos fordern dazu auf, die gewohnten Vorstellungen von Zeit und Raum zu hinterfragen und die Vielschichtigkeit unserer Wahrnehmung zu erkunden.








Tag 1: Licht und Finsternis – Chaos, Kontrast und Ursprung
Gott sprach, es werde Licht!
Tag 2: Himmel und Wasser – Trennung der Elemente
Gott machte das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. Und Gott nannte das Gewölbe Himmel.
Tag 3: Land und Pflanzen – Geburt der Natur
Dann sprach Gott: Die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet…
Tag 4: Sonne, Mond und Sterne – Rhythmen des Himmels
Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden.
Tag 5: Vögel und Meereslebewesen – Freiheit und Bewegung
Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von Schwärmen lebendiger Wesen und Vögel sollen über der Erde am Himmelsgewölbe fliegen.
Tag 6: Tiere und der Mensch – Krone der Schöpfung
Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!
Tag 7: Ruhe – Vollendung und Frieden
Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk gemacht hatte. Gott sah alles an, was er gemacht hatte und siehe, es war sehr gut.














Was macht man, wenn man nicht laufen kann und trotzdem an diesem Projekt teilnehmen möchte?
Ich versuchte, am Schreibtisch sitzend eine Lösung zu finden, und schaute mir zunächst ziemlich durchgeistigt, mit nach innen gekehrtem Blick, meine unmittelbare Umgebung an – ziemlich unordentlich für Uneingeweihte, aber mit potentiellem Charakter für meine künftigen eigenen Projekte.
Dann durchzuckte mich ein Geistesblitz, und ich begann, sitzenderweise mit der Kamera die mich umgebenden Dinge zu erforschen und zu abstrahieren. Das Fensterlicht passte hervorragend.
Sieben Ansichten meiner direkten Umgebung konnte ich aufnehmen, ohne die Dinge anzuordnen.
Was gefiel mir als Fotoobjekt?
Links von mir auf dem Fensterbrett: ein kindskopfgroßer Granitbrocken mit Höhlen wie Augen, den ich einmal im Wald fand; ein vor Jahren aufgesammeltes und fast zerfallenes Stück Holz, auch aus dem Wald; bunte Alufolie, die einst Pralinen umwickelte und schön geglättet und gestapelt auf dem Fensterbrett lag; eine große, aufgeplusterte Plastiktüte mit wenig Inhalt, schnell dort abgelegt.
Rechts von mir: zwei Griffe meines Unterschreibtischschranks.














Durch die kleinen Löcher fällt nicht nur Wasser.
Auch Licht kann hindurch.
Schatten auch.
Manchmal sogar ein ganzer Gedanke.
Das Sieb steht zwischen den Dingen:
zwischen Pflanze und Topf, Mehl und Schüssel, Salat und Wasser, Tee und Kanne.
Es hält nicht alles fest.
Es lässt nicht alles gehen.
Vielleicht ist genau das seine eigentliche Arbeit.












Auf der einen Seite Köln.
Auf der anderen auch.
Dazwischen der Rhein.
Brücken machen daraus eine einfache Sache.
Zumindest behaupten sie das. Sie spannen sich über das Wasser, tragen Verkehr, rahmen den Blick, verdecken die Stadt und geben sie wieder frei.
Siebenmal hinüber.
Siebenmal dieselbe Frage:
Was verbindet eigentlich zwei Seiten?
















Man kennt das Ergebnis.
Eine Schüssel, ein Löffel, Kartoffeln dazu.
Frankfurt wahrscheinlich irgendwo im Hintergrund.
Hier sind die Zutaten, ehe sie im Mixer verschwinden.
Sieben Kräuter.
Sieben Eigenheiten.
Siebenmal Grün, das nicht dasselbe meint.














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Aktuell überarbeiten wir unser Programm grundlegend. Im Herbst starten wir mit neuen Formaten für Menschen, die aus einzelnen Bildern eigene fotografische Arbeiten entwickeln möchten: Serien, Projekte, Bildideen, Werktexte, Ausstellungen und eine klarere fotografische Handschrift.
Bis dahin gibt es keine buchbaren Termine, aber schon viele Pläne. Die Drittelregel bleibt die Fotoschule für kluge, eigenständige und bedeutungsvolle Fotografie.
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