Triggerwarnung: nur unproblematische Serien

  • Das Vorurteil

    Das Vorurteil sitzt vor den Schubladen und wartet,
    seine Gedanken verzerrt, unrealistisch, entartet.

    Es kommt eine Frau vorbei, sehr gepflegt und schick,
    das Vorurteil entscheidet: gefräßig, hässlich und dick,
    außerdem noch dumm, lahm und faul,
    wie ein alter Ackergaul.

    Nun kommt ein Mann, genauso gepflegt und schick,
    der Körper ist – wie bei der Frau – dick.
    Das Vorurteil entscheidet: kräftig und stark,
    er arbeitet körperlich, jeden Tag hart.

    Es wartet weiter und hofft, dass es sich lohnt –
    eine Muslima mit Kopftuch, die wird auch nicht verschont,
    unterwürfig, unmündig, gezwungen im Sein,
    ihr Stolz und die Würde vom Islam nur Schein.

    Ein Moslem ist triebhaft, voller Würde und Stolz,
    nicht wie die Frauen – die sind aus anderem Holz.

    Plötzlich zwei Männer, eine Berührung, ein leidenschaftlicher Kuss,
    widerlich, pervers und krank –
    dafür braucht es einen ganzen Schrank.

    Zwei Frauen, die gleiche Berührung, ein inniger Kuss,
    heiß, geil, erotischer Hochgenuss,
    sofort denkt es lüstern an einen Dreier bis zum Schluss.

    Eine schwarze Frau ist immer willig und versaut,
    genau das brauche ich fürs Bett, aber nicht als Braut.

    Ein schwarzer Mann mit weißer Frau –
    er hat sie fürs Visum, ich weiß es genau.

    Hass, Diskriminierung und Vorurteile
    quellen hervor aus jedem Wort und jeder Zeile.
    Sie sind verletzend, zerstörend, ja sogar tödlich –
    und vor allem absolut nicht wahr, entbehrlich – und völlig unnötig.

  • Grenzenlos und Frei

    Ich wäre so gerne grenzenlos und frei,
    von Liebe, Energie und Mut ganz high.
    Keine Grenzen im Kopf oder von außen,
    einfach, wie ich bin, in die Welt hinaus, nach draußen.

    Voller Fantasie und guter Gedanken,
    ohne negative und störende Schranken.
    Das Leben spüren und genießen,
    öfter mal die Seele mit Glücksgefühlen begießen.

    Tanzen, lachen, sehen und staunen,
    mit Leichtigkeit und Liebe dem Leben zuzuraunen.
    Worauf warten und warum nicht machen?
    Es gibt keinen besseren Zeitpunkt zum Erwachen.

    Mit jedem kleinen Schritt dem Ziel etwas näher,
    ich blicke jetzt nach vorn und nicht mehr umher,
    ganz trunken von innerem Frieden und Glück.

    Es liegt ganz bei mir, es anzugehen,
    beinahe bin ich am Ziel, ihr werdet sehen.
    Es ist inzwischen egal, was andere denken,
    ich lasse mich nicht mehr verbiegen und lenken.

    Grenzenlos und frei, grenzenlos und frei,
    niemand hält mich jetzt noch auf,
    ich nehme deine Hand, komm mit und lauf,
    nur du und ich grenzenlos und frei.

    Grenzenlos und frei, grenzenlos und frei,
    keine Ängste, keine Sorgen,
    nur Liebe, Wärme und Mut,
    denke nur an heute, nicht an morgen,
    Glücksgefühle tun mir gut.
    Grenzenlos und frei, grenzenlos und frei.

    Grenzenlos und frei – was bedeutet das für mich?

    Sich für eine Weile vom Gedankenkarussell lösen können und schöne Momente genießen, ganz und gar in dem Moment sein und nicht fünf Schritte weiter.

    Negative Kommentare anderer Menschen wegschieben und an seinen tatsächlichen Wert denken, sich wertvoll und besonders fühlen dürfen.

    Emotionen und Gefühle zulassen, ohne ständig zu prüfen, was andere darüber denken.

    Ich erinnere mich an eine Show von Nicole Jäger, einer großartigen Frau und Comedian. Sie erzählte von einer Situation, und bevor sie am Ende war, musste ich so herzhaft lachen, weil ich die beschriebene Situation kenne und wusste, worauf es hinausläuft. Dieser Lachflash war mir sehr peinlich, weil ich das Gefühl hatte, die Pointe zerstört zu haben. Im Kino oder beim Filmeschauen bin ich ebenfalls oft sehr emotional und mitfühlend.

    Manchmal sind mir diese Emotionen unangenehm, obwohl sie etwas Gutes bedeuten.

    Ich würde auch gerne wieder etwas ohne Schmerz tun können bzw. die Schmerzen ignorieren und etwas machen, das mir Spaß macht.

    Die gezeigten Bilder sind auf der Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn entstanden.

  • Schneewittchen und die sieben Zwerge

    Sieben Zwerge, aber kein Märchenwald.

    Stattdessen Gartenzwerge, Souvenirs, Fußball, Tracht, Plastik, Porzellan, Farbe.
    Jeder bringt seine eigene kleine Welt mit.

    Ein bisschen niedlich.
    Ein bisschen unheimlich.
    Ein bisschen beleidigt vom Ernst, mit dem sie angeschaut werden.

  • Und Gott sah, dass es gut war! – Die sieben Tage der Schöpfung

    In sieben Tagen die Welt erschaffen – das kann wohl nicht sein!

    Bei dem biblischen Schöpfungsbericht steht auch nicht diese Aussage – »in sieben Tagen« – im Vordergrund, sondern, dass alles gut war. Die Zahl sieben ist eine sehr bedeutungsvolle Zahl im Judentum, Christentum und Islam. Allen gemeinsam ist die Erschaffung der Welt durch Gott. Das Wesentliche jedes Schöpfungstages soll hier in Fotos zum Ausdruck gebracht werden.

    Tag 1: Licht und Finsternis – Chaos, Kontrast und Ursprung

    Gott sprach, es werde Licht!

    Tag 2: Himmel und Wasser – Trennung der Elemente

    Gott machte das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. Und Gott nannte das Gewölbe Himmel.

    Tag 3: Land und Pflanzen – Geburt der Natur

    Dann sprach Gott: Die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet…

    Tag 4: Sonne, Mond und Sterne – Rhythmen des Himmels

    Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden.

    Tag 5: Vögel und Meereslebewesen – Freiheit und Bewegung

    Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von Schwärmen lebendiger Wesen und Vögel sollen über der Erde am Himmelsgewölbe fliegen.

    Tag 6: Tiere und der Mensch – Krone der Schöpfung

    Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!

    Tag 7: Ruhe – Vollendung und Frieden

    Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk gemacht hatte. Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

  • Über sieben Brücken musst du gehn


    Lied von Karat, 1979:

    Über sieben Brücken musst du gehn
    Sieben dunkle Jahre überstehn
    Siebenmal wirst du die Asche sein
    Aber einmal auch der helle Schein

    Sieben Brücken – Stationen in unserem Leben, die wir gehen können, gehen müssen, ohne zu wissen, wohin sie führen.

    Manchmal liegt die Brücke einladend vor meinen Füßen.
    Manchmal sieht sie stabil und leicht erreichbar aus.
    Manchmal unscheinbar und praktisch.
    Manchmal wie aus einer anderen Zeit.
    Manchmal ist sie kaum als stabil zu erkennen.
    Manchmal ist auf dieser Brücke lange niemand mehr gegangen.
    Manchmal führt sie in Erinnerung, Ruhe und Besinnung auf das Wichtige.

  • Grüne Sauce

    Man kennt das Ergebnis.

    Eine Schüssel, ein Löffel, Kartoffeln dazu.
    Frankfurt wahrscheinlich irgendwo im Hintergrund.

    Hier sind die Zutaten, ehe sie im Mixer verschwinden.

    Sieben Kräuter.
    Sieben Eigenheiten.
    Siebenmal Grün, das nicht dasselbe meint.

  • Bahnhof verzerrt

    Meine Fotos laden dazu ein, die Wahrnehmung von Raum und Zeit zu hinterfragen. Die deformierten Schienen symbolisieren die Flexibilität und manchmal auch die Instabilität unserer Orientierung in der modernen Welt. Die geklonten sieben Uhren, bei denen der kleine Zeiger auf sieben steht, spielen mit dem Konzept der Zeit als etwas, das manipuliert oder wiederholt werden kann – eine Erinnerung daran, dass Zeit nicht immer linear verläuft, sondern auch subjektiv erlebt wird.

    Die Augen auf den Uhren, die die Ziffern ersetzen, schauen in die Zeit und können als Metapher für menschliche Beobachtung und Interpretation unserer Umwelt verstanden werden. Sie erinnern uns daran, dass unsere Wahrnehmung der Zeit stets durch unsere Perspektive gefiltert wird – ein Blick, der sowohl neugierig als auch kritisch sein kann.

    Die Fotos fordern dazu auf, die gewohnten Vorstellungen von Zeit und Raum zu hinterfragen und die Vielschichtigkeit unserer Wahrnehmung zu erkunden.

  • sechs mal sieben

    Durch die kleinen Löcher fällt nicht nur Wasser.

    Auch Licht kann hindurch.
    Schatten auch.
    Manchmal sogar ein ganzer Gedanke.

    Das Sieb steht zwischen den Dingen:
    zwischen Pflanze und Topf, Mehl und Schüssel, Salat und Wasser, Tee und Kanne.

    Es hält nicht alles fest.
    Es lässt nicht alles gehen.

    Vielleicht ist genau das seine eigentliche Arbeit.

  • siebenmal nah

    Was macht man, wenn man nicht laufen kann und trotzdem an diesem Projekt teilnehmen möchte?

    Ich versuchte, am Schreibtisch sitzend eine Lösung zu finden, und schaute mir zunächst ziemlich durchgeistigt, mit nach innen gekehrtem Blick, meine unmittelbare Umgebung an – ziemlich unordentlich für Uneingeweihte, aber mit potentiellem Charakter für meine künftigen eigenen Projekte.

    Dann durchzuckte mich ein Geistesblitz, und ich begann, sitzenderweise mit der Kamera die mich umgebenden Dinge zu erforschen und zu abstrahieren. Das Fensterlicht passte hervorragend.

    Sieben Ansichten meiner direkten Umgebung konnte ich aufnehmen, ohne die Dinge anzuordnen.

    Was gefiel mir als Fotoobjekt?

    Links von mir auf dem Fensterbrett: ein kindskopfgroßer Granitbrocken mit Höhlen wie Augen, den ich einmal im Wald fand; ein vor Jahren aufgesammeltes und fast zerfallenes Stück Holz, auch aus dem Wald; bunte Alufolie, die einst Pralinen umwickelte und schön geglättet und gestapelt auf dem Fensterbrett lag; eine große, aufgeplusterte Plastiktüte mit wenig Inhalt, schnell dort abgelegt.

    Rechts von mir: zwei Griffe meines Unterschreibtischschranks.

  • da drüben

    Auf der einen Seite Köln.
    Auf der anderen auch.

    Dazwischen der Rhein.

    Brücken machen daraus eine einfache Sache.
    Zumindest behaupten sie das. Sie spannen sich über das Wasser, tragen Verkehr, rahmen den Blick, verdecken die Stadt und geben sie wieder frei.

    Siebenmal hinüber.
    Siebenmal dieselbe Frage:

    Was verbindet eigentlich zwei Seiten?

  • Erinnerung und Halt

    Ich sitze auf einer kleinen Mauer,
    betrachte die alten Bilder,
    denke an dich, denke an Trauer.

    Wie trauere ich gut und richtig?
    Der Glaube gibt mir Halt,
    Erinnerungen sind mir wichtig.

    Du warst ein großer Halt in meinem Leben,
    bereits in Kindertagen hast du mich inspiriert,
    mir Kraft und Liebe gegeben.

    Du warst ein Vorbild für mich, das ist klar,
    Tee aus der guten Tasse löste manchen Kummer,
    du warst immer für mich da.

    Eine intelligente und schöne Frau warst du,
    deine Uhr erinnert mich an gemeinsame schöne Tage
    und lässt mich spüren, ich bin nicht alleine in der Ruh.

    Eine ältere Dame mit deinem Parfüm geht vorbei,
    der Duft umhüllt mich, kräftig und klar,
    nun bin ich mir sicher: Erinnerung geht nie vorbei.

    Gier und Neid machen die Herzen blind,
    es zählt nur dein letzter Wille,
    es zeigt sich, was bei einigen die wahren Absichten sind.

    Erinnerung und Halt,
    du bist ein stiller Stern,
    in meinem Herzen bleibt
    dein Licht, das nie erlischt.

    Halt in der Trauer

    Wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, gibt es ganz unterschiedliche Wege, damit umzugehen und zu trauern. Was gibt Halt in der Trauer?

    • das Zulassen und Verarbeiten von Gefühlen
    • Achtsamkeit mit sich und den aktuellen Gefühlen
    • Freunde, Familie, ein Verein usw.
    • der Glaube, die Kirche
    • die positiven Dinge im Leben nicht aus den Augen verlieren
    • gewohnte Strukturen des Tages aufrechterhalten
    • eine Selbsthilfegruppe zur Trauerbewältigung
    • psychologische Beratung
    • Erinnerungen sind ebenfalls ein wichtiger Faktor

  • Balance im Stillen

    Die Rose, ein zeitloses Symbol der Liebe und Schönheit, erzählt Geschichten, die über das Auge hinausgehen. In ihren zarten Blütenblättern finden wir das Halten – die Momente, die wir festhalten möchten, die Erinnerungen, die wir in unseren Herzen tragen. Jeder Blick auf die blühende Rose erinnert uns an die Freude, das Lachen und die Liebe, die wir in bestimmten Augenblicken erfahren haben.

    Doch die Rose ist auch eine Lehrerin des Loslassens. Wenn ihre Blütenblätter fallen, erkennen wir, dass das Leben nicht nur aus Höhepunkten besteht. Es lehrt uns, dass Veränderung unvermeidlich ist und dass es manchmal nötig ist, die Vergangenheit loszulassen, um Platz für Neues zu schaffen. Das Verwelken der Rose ist nicht das Ende, sondern ein Teil des natürlichen Kreislaufs, der uns ermutigt, unsere eigenen Erfahrungen zu reflektieren.

    In der Zerrissenheit der Rose, wenn die Blätter abfallen und die Farben verblassen, spüren wir den Schmerz des Verlusts. Doch in diesem Schmerz liegt auch die Möglichkeit des Wachstums. Es ist der Moment, in dem wir erkennen, dass das Loslassen nicht Schwäche ist, sondern eine Stärke, die es uns ermöglicht, die Schönheit der Veränderungen zu akzeptieren und neue Wege zu beschreiten.

    Die Rose lädt uns ein, innezuhalten und über unsere eigenen Beziehungen nachzudenken. Was möchten wir festhalten? Welche Erinnerungen sind es wert, bewahrt zu werden? Und was ist es, das wir loslassen müssen, um inneren Frieden und Raum für Neues zu finden?

    In der Dualität von Halten und Loslassen liegt die wahre Essenz des Lebens. Die Rose erinnert uns daran, dass jede Phase – ob blühend oder verwelkt – Teil unserer Reise ist: eine Reise voller Emotionen, Lektionen und der ständigen Suche nach Balance.

  • Im Gleichklang

    In jedem Viertel, Klang und Licht,
    wo Straßen flüstern, leise, schlicht.
    Hier tanzen Töne bunt und frei,
    in jedem Winkel Melodie dabei.

    Die Stadt pulsiert im Takt der Zeit,
    ein Rhythmus, der die Herzen befreit.
    Von Ecken, wo die Stimmen singen,
    bis Plätze, wo die Lieder fliegen.

    Ein Viertel voller Geschichten,
    wo Hoffnungen und Träume dich richten.
    Die Musik, sie malt mit jedem Ton,
    ein Bild aus Freude, aus Leidenschaft und Hohn.

    Die alten Häuser, Zeugen der Zeit,
    erzählen von Liebe, von Traurigkeit.
    Doch in jedem Stein, in jedem Riss,
    liegt der Klang des Lebens, ein süßer Genuss.

    So geh hinaus, lass dich treiben,
    lass die Melodien in dir bleiben.
    In jedem Viertel, wo das Leben pulsiert,
    wird die Musik zum Herz, das nie friert.

  • Brüche

    Beim Begriff »Viertel«habe ich direkt an Bruchrechnung gedacht.
    Ein Viertel ist nur ein Teil des Ganzen.
    Manchmal lässt sich ein Viertel einfach nach Augenmaß bestimmen. Beim Backen und Kochen wird dies aber schwieriger, wenn man beispielsweise einen Viertel Esslöffel von einer Zutat benötigt. Dafür gibt es Löffel, die die Größe von verschiedenen Maßeinheiten haben. In meiner Serie habe ich den Viertel-Löffel und seine Begleiter in Szene gesetzt.

  • Fundsachen

    »Was ist denn hier los?«, kann man sich manchmal fragen, wenn man durch die Straßen geht.

    Eine Couch mit Stehlampe, die seit zwei Wochen auf der Straße neben dem Supermarkt steht. Ein zwei Meter hohes Kissen aus Bronze, liebevoll versehen mit dem gemütlichen Handkantenschlag und eingravierten Alltagszenen. Eines der drei berühmten Äffchen, jenes, das nicht oder nichts hören will, an der Eingangstür. Ein gar nicht mehr neuer Aufkleber, der auf metallenem Untergrund unermüdlich Flüchtlinge willkommen heißt. Jedes für sich ist Material für einige Geschichten.

  • Ideenlos

    Das Los des »los« ist, dass ihm immer was fehlt!

  • Monopoly

    Los! Das heißt Aufbruch, kann aber auch Schicksal sein, das Los dessen, der unfreiwillig aufbrechen muss wie ein Vertriebener. Los wird dann zum Suffix, das ein Fehlen ausdrückt: heimatlos, glücklos, chancenlos, rechtlos, herzlos, gnadenlos, skrupellos. Irgendwann charakterisiert es den, der den Aufbruch auslöst. Er hat das große Los gezogen, er ist der, der im Spiel um die Schlossallee immer wieder über LOS geht. Der Investor kontrolliert das Spiel, diktiert die Regeln und erhält die Belohnung. Die Gleichgültigkeit des Systems, das die Menschen zum Weiterziehen zwingt, hinterlässt eine große Leere. Die Betroffenen müssen lernen loszulassen: das Zuhause, die Vertrautheit, die Zugehörigkeit. Was bleibt dann? Ein kopfloser Hut, namenlose Klingeln, leblose Räume.

  • Sind wir die Fichte los?

    Über 200 Jahre prägten Fichtenwälder das Landschaftsbild Deutschlands.

    Der Thüringer Wald war da keine Ausnahme. Hier gab es einen Laubwald, der im Laufe der Zeit fast vollständig vernichtet wurde. Irgendwann entdeckte man die Fichte als schnell wachsenden Baum. Das war der Beginn der Monokultur. Auf großen Flächen wurde genau die gleiche Baumart angepflanzt. Das brachte den Waldbesitzern ein regelmäßiges Einkommen. Erosionsprobleme wurden vermieden und die Natur schien dies zu akzeptieren.

    Die Fichte hat einen natürlichen Feind, den Borkenkäfer. Es gab ihn schon immer. Die Fichtenwälder haben ihn jahrzehntelang überlebt. Die Klimakrise und ihre Folgen haben dafür gesorgt, dass die Fichten nicht mehr gesund bleiben. Dadurch kann der Borkenkäfer schwache Bäume befallen und sich durch die sehr hohe Dichte von Bäumen einer Art (Monokulturen) schnell ausbreiten.

    Die Serie zeigt Kahlflächen in Thüringen, die früher einmal Wald waren. Wir müssen über unsere Lebensweise nachdenken. Denn die Natur braucht den Menschen nicht, aber der Mensch braucht die Natur. Ein Anfang wäre der Verzicht auf Monokulturen.

  • Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam

    Lockdown ohne Schlüssel –
    ist das möglich?
    Ja, es ist möglich –
    hunderte Menschen mussten es ertragen.

    Leiden ohne Schuld –
    kann es das geben?
    Ja, dies hat es gegeben –
    die Geschichte dieses Gefängnisses zeigt es.

    Lärm ohne Spiel –
    ist das möglich?
    Ja, es ist möglich –
    als Mittel der Folter und Verachtung.

    Lager ohne Sauerstoff –
    kann es das geben?
    Ja, dies hat es gegeben –
    tagelang allein in einer beengten Kerkerzelle.

    Latrinen ohne Schutz –
    ist das möglich?
    Ja, es ist möglich –
    als menschenverachtende Maßnahme.

    Leben ohne Sonne –
    kann es das geben?
    Ja, dies hat es gegeben –
    jahrelang unter dem KGB-Regime.

    Lebenslänglich ohne Strafprozess –
    ist das möglich?
    Ja, es ist möglich –
    die Verurteilungen ertrugen es mit Würde und Geduld.

    Alle inhaftierten Menschen mussten Los-lassen:
    Ihre Familien und Freunde, ihre Freiheit und Freuden,
    ihre Selbstständigkeit und Sicherheit.

    Doch eins haben sie sich nicht nehmen lassen:
    Ihre Hoffnung und Zuversicht auf ein mögliches Leben danach.
    Und somit haben sie ihr LOS mit Würde akzeptiert.

    Mögen die lebenden und nachfolgenden Generationen aus diesen Fehlern und Schicksalen lernen …

  • Fang!

    Die Fotos sind zufällig auf einem Weihnachtsmarkt entstanden, indem ich die Kamera hochgeworfen und wieder aufgefangen habe.                                            

    Das Hochwerfen der Kamera steht für den Beginn eines neuen Abenteuers, einer aufregenden Reise oder für den Anfang eines neuen (Lebens-) Plans, den man zwar gut vorbereitet hat, aber es treten immer wieder zufällig Schwierigkeiten auf, die man nicht einkalkulieren konnte.

    Wenn man die Kamera in die Luft wirft, könnte das auch der Moment des Aufbruchs oder des Loslassens darstellen. Ein Zeichen dafür, dass man bereit ist, neue Perspektiven zu entdecken und sich auf das Unbekannte einzulassen.

  • Mit LOS fehlt etwas.

    Ein Blick nach draußen zeigt uns gerade eine Natur, die nur grau, traurig und trist aussieht.
    Einfach trost – los.

    Worte, die auf -los enden, beschreiben also einen Zustand, bei dem etwas fehlt.
    Das hat mich inspiriert, mal genauer hinzuschauen.  Was genau ist gerade nicht da, um den Eindruck von trost – los zu schaffen? Was fehlt mir, um für mich Energie aus der Natur zu ziehen?
    Je länger ich geschaut habe, desto länger wurde die Liste.

  • Gestöber

    Was ist los am Neujahrstag, nicht weit bei mir um die Ecken? Mal sehen! Ich zog los. Mein anfängliches Bedürfnis nach Ruhe und Gemütlichkeit wich schnell einer wachsenden Unruhe und Neugier. Was mich so erregte?

    Die Achtlosigkeit von Nachbarn, die ihren Höhepunkt im hirnlosen Zerstören von zwei Papiercontainern fand.
    Dann setzte ein erbarmungsloser Schneeschauer mit starken Sturmböen ein, der den Blick in ein ziemlich groß gewachsenes Gestrüpp gleiten ließ und dabei einen eingewachsenen Ford-Autoschlüssel streifte – dies erschien mir irgendwie sinnlos betreffs seiner Funktion, aber auch nicht hoffnungslos auf das Finden durch den einstigen Besitzer. Um die Ecke ein sorglos abgestelltes Fahrrad.
    Nicht weniger von Ruhe geprägt waren die Tennisplätze im Stadtforst nebenan – aktionslose Gerätschaften und ein bewegungsloser Tennisball – verschossen und vergessen.

  • LOS

    kommentarlos

  • entfesselt

    Loslassen

    frei – leicht – schweben

    ich habe Flügel

    schwerelos – gelöst – frei

    Loslassen

  • außerirdisch

    Ein lärmendes Getöse und helle Lichter weckten die Menschen aus ihrem Tiefschlaf. Als sie sahen, was sich da am Himmel abspielte, waren sie sich unsicher, ob sie träumen oder wach sind. Doch die fremden Objekte näherten sich immer weiter der Erde zu.

    Um einer eventuellen Gefahr Widerstand zu leisten, wurden Armeen aus verschiedenen Nationen zusammengerufen. Die Bodentruppen versteckten sich in einem Hinterhalt. Die Starfighter blieben in Alarmbereitschaft. Sie warteten nur noch bis die leuchtenden, runde und fremde Objekte landeten.

    Als sie ein extraterrestrisches Wesen aussteigen sahen, waren ihre Blicke so verwundert, dass sie ihre Waffen fallen ließen. Sogar Starfighter stürzten fast ab, weil ihre Piloten wie in Trance waren. Es war ein kleiner Außerirdischer mit seinen Freunden, der vor vielen Jahren die Erde besuchte. Er hatte die Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und die Schönheit des Planeten entdeckt. Doch als er zurück zu seinem Heimatplaneten reiste, blieb ihm die Sorge um die Menschheit im Herzen. Er hatte gesehen, wie Konflikte, Missverständnisse die Menschen voneinander trennten, und er wusste, dass er eines Tages zurückkehren musste, um zu helfen. 2024 entschied sich E.T. zurückzukehren und er hatte eine Mission: Frieden zu schließen.

    Er und seine Freunde sahen Gesichter, die von Sorgen und Konflikten gezeichnet waren. Um die Botschaft des Friedens zu verbreiten, nutzten sie ihre telepathischen Fähigkeiten, um mit den Menschen zu kommunizieren. »Ich bin hier, um euch zu helfen«, sagte er mit sanfter Stimme. »Die Liebe und das Verständnis, die ich auf meinem Heimatplaneten kenne, können hier auf der Erde gedeihen. Lasst uns gemeinsam für Frieden sorgen.« Doch die Menschen waren skeptisch. Einige lachten und hielten ihn für einen Scherz. Andere waren wütend, denn was weiß schon ein Außerirdischer über unsere Probleme?

    E.T. und seine Freunde waren traurig, weil sie mit ihrer Botschaft abgelehnt wurden. Sie haben gehofft, dass die Menschen für ihre Botschaft wären. Trotz der Widerstände gaben sie nicht auf. Es bildete sich eine kleine Gruppe von Menschen, mit denen sie über ihre Ängste und Sorgen sprachen. So konnte sie diese Gruppe für die Botschaft des Friedens gewinnen. Doch die Mehrheit blieb unbeeindruckt. Sie waren zu sehr mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt. Andere wiederum meinten, dass es wichtig ist, Macht zu haben. E.T. und seine Freunde spürten die Frustrationen der Menschen und wussten, dass der Weg zum Frieden lang und steinig sein würde. Aber sie waren entschlossen, nicht aufzugeben.

    »Wir werden weiterhin hier sein«, versprach E.T. »Wir werden euch nicht verlassen, bis ihr erkennt, dass Frieden möglich ist.« Und so bleiben sie auf der Erde, ein kleiner Lichtstrahl der Hoffnung in einer Welt voller Herausforderungen.

  • Hinter fremden Türen

    Ich war gefangen hinter einer dieser fremden Türen,
    ich schloss meine Augen und wollte es nicht länger spüren.
    Möchte mich nicht in meiner Wut und Traurigkeit verlieren,
    denn die Angst floss durch meine Adern und ließ mich frieren.

    Ich wurde aus meiner eigenen Welt entrissen,
    du hattest keine Hemmungen und kein Gewissen.
    Der Schmerz in meinem Herzen überwältigte mich,
    ich fühlte mich allein und ihr saht mich nicht.

    Ich brauchte Zuneigung und Liebe,
    doch von dir bekam ich nur Hass und Hiebe.
    Hinter fremden Türen möchte ich mich nicht verlieren,
    nicht alleine sein, nicht mehr klein sein.

    Ich habe diese Tür vor langer Zeit geschlossen
    und seitdem nur noch wenige Tränen vergossen.

    Hinter fremden Türen passiert sehr vieles und einige Türen machen neugierig und man fragt sich: Was erwartet mich da oder was erwarte ich? Einige Türen sind pompös, andere modern und wieder andere sehr alt und alle dies sagt nichts darüber aus, was sich dahinter befindet. Hinter einigen Türen gibt es Hilfe, etwa bei der Polizei, im Krankenhaus, Frauenhaus, Ärzten, Rechtsanwälten. Hinter anderen erwartet einen etwas für Körper und Seele, im Restaurant, Fitnessstudio, Therme, Boutiquen.

    Und dann gibt es noch die Türen, hinter denen Familien leben, einige mit viel Aufmerksamkeit und Liebe füreinander und andere, in denen Hass und Gewalt herrschen.

  • 00

    »Steckenpferde« als Metapher für die fixen und konventionellen Ideen der Kunst. Dadaisten machten sich diese Steckenpferde zunutze, um sie ins Lächerliche zu ziehen und zu dekonstruieren. Sie forderten die Betrachter heraus, ihre eigenen Steckenpferde zu hinterfragen und die Welt durch eine Linse des Absurden, des Unkonventionellen, zu betrachten.

    Mein Steckenpferd ist eine dadaistische Ode an das Toilettenpapier. In der Welt der bunten Flächen, wo Pop-Art blitzt und funkelt, schwebt ein sanftes Toilettenpapier über die Graffiti der Gedanken. Dadaismus, der schreiende Schatten, lacht über die Farben, die wir tragen, während das Toilettenpapier so weich, so vergänglich, uns ins Gesicht wischt – die Tränen des Konsums.

    Ein Kunstwerk aus Falten und Rollen, geklebt an der Wand der Absurdität, wo die Pinselstriche der Pop-Art die Fragen der Dadaisten auf die Toilette schicken – Kunst ist, was wir abreißen, ein Stück, ein Stück, ein Stückchen. Lasst uns feiern, das Toilettenpapier, das uns mit jedem Wisch in die Freiheit der Gedanken führt, wo Dadaismus und Pop-Art in einem bunten Wirbel tanzen und das Alltägliche zum Meisterwerk erhebt.

    Hier, in diesem Raum der Absurdität, wo die Farben bluten und die Rollen kreisen, brechen wir die Regeln, zerreißen die Normen und finden im Toilettenpapier das Herz der Kunst – ein sanftiges, flauschiges Manifest.

  • DJ Zaddy

    Afrobeats gehen Deep,
    spür den Rhythmus, fühle den Beat.
    Lass die Energie fließen
    und beginne zu genießen.

    Deine Füße fangen an zu tanzen
    und es fallen die Distanzen.
    Afrobeats pulsierend und verbindend,
    Alltagssorgen schwindend, Energie findend.

    DJ Zaddys Steckenpferd sind die Musik und der Fußball. Er hat 2012 mit der Musik begonnen und eigene Songs geschrieben. Er wurde in Lagos, Nigeria geboren und kam 2014 nach Deutschland. Nachdem er Deutsch gelernt hat, beschloss er 2015, seine Kenntnisse als DJ zu erweitern. Er lernte von einem renommierten DJ aus Düsseldorf und vertiefte somit seine große Leidenschaft. Er möchte mit seiner Musik eine Atmosphäre schaffen, in der die Menschen ihren Alltag mal vergessen können, einfach loslassen, tanzen und Spaß mit der Musik haben.

    Seine Musik ist sehr vielseitig und er spielt diverse Genres, aber seine größte Leidenschaft ist für ihn nach wie vor Afrobeat-Dancehall und lateinamerikanische Musik. Musik ist für ihn eine Sprache des Universums, Musik spricht auf ehrfürchtige Art und Weise, sie ist verbindend und geht auch ohne Worte. Die Musik wirkt sich unterschiedlich auf den Körper und die Psyche aus. Es gibt viele unterschiedliche Musikrichtungen und diesen wird unterschiedliche Wirkung zugeschrieben.

    Klassische Musik wirkt sich positiv aus bei Ängsten, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sie steigert die Konzentration, die Merkfähigkeit, Kreativität und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Hirnleistung und das Immunsystem auf. Des Weiteren hilft klassische Musik bei Stress und Schlafstörungen, ebenso soll klassische Musik bei Schmerzen helfen.

    Meditationsmusik hilft zu entspannen, ist langsam und wirkt sich somit beruhigend auf den Körper und die Seele aus.

    Lateinamerikanische Musik ist ein richtiger Stimmungsmacher, man tanzt, lacht. Sie macht gute Laune, sie hebt somit die Stimmung und bereitet Lebensfreude und Energie.

    Folklore weckt Heimatgefühle, sie schafft ein Gefühl von Geborgenheit und kann bereichernd sein.

    Rock- und Pop-Musik ist stimmungsaufhellend und steigert die Motivation. Bei monotoner Tätigkeit sorgt sie für gute Laune.

    Heavy Metal und Techno bauen Aggressionen ab, das kann helfen, Enttäuschungen und Frustration besser zu verarbeiten. Es hebt die Herzfrequenz und den Blutdruck an.

  • Jeder Mensch

    Beine – große, dicke, dünne oder kleine.
    Seht sie Euch an, diese Beine.
    Was seht Ihr und was seht Ihr nicht?
    Ihr seht nur Beine, den Mann seht ihr nicht.

    Ihr seht die Beine und urteilt anhand dessen.
    Dieses Urteil solltet Ihr schnell vergessen.
    Empathie und Charakter kann man nicht vermessen.
    Nur aufgrund der Beine kann man den Mann nicht in eine Schublade pressen.

    Männer: Jeder Mensch verdient Respekt und Toleranz.

    Immer wieder bildet man anhand von Äußerlichkeiten sein Urteil über einen anderen Menschen. An den gezeigten Bildern würden vermutlich viele so einiges denken: nicht normal, Dragqueen, nicht intelligent. Die wenigsten Menschen machen sich die Mühe, hinter die Fassade zu schauen, den Menschen kennenzulernen oder zu fragen: Warum liebt dieser Mann Dessous?

    Wer bestimmt, was normal ist und was nicht? Warum nehmen wir uns das Recht, darüber zu urteilen?

    Leider gehen der Respekt und die Toleranz anderen Menschen gegenüber immer mehr verloren. Viele gehen nur noch nach dem Äußeren und gehen online sogar so weit, dass sie übelste Beleidigungen hinterlassen.

  • verzaubert

    Manchmal glauben wir, mit unseren Augen die Wirklichkeit direkt zu erkennen. Manchmal sind wir mit unserem Urteil aber auch zu schnell und schenken der Realität nur einen flüchtigen Blick. Manchmal täuscht uns die Perspektive, und aus etwas Einfachem wird etwas Interessantes. Manchmal lassen wir uns von unserer Fantasie beeinflussen und in eine unwirkliche Welt entführen.

    Sagen Sie jetzt nichts – lassen Sie Ihre Augen und Ihre Fantasie entscheiden. Entscheiden Sie, ob Sie den Blick in einen verwunschenen Märchenwald werfen oder ob es doch nur die Überreste eines Spargelfeldes sind.

  • Fußgeschichte

    Wenn der Schmerz unerträglich wird, ist es Zeit zu handeln. Dann benötigt man jemanden, der einen auffängt und Zuversicht gibt.

    Danke an Frau Dr. Simantira und das gesamte Personal der Schönklinik München Harlaching, die die Hoffnung, dass alles gut wird, kompetent und liebevoll unterstützt haben.

  • Zuversicht

    Ich bin auf der Suche nach Zuversicht,
    ich schaue durch das Fenster, sehe den blauen Himmel und das Licht.
    Eine kleine Geste, ein nettes Wort,
    schmeichelt meinem Herzen sofort.

    Ein kleiner Spaziergang im Wald oder Park,
    beflügelt meine Seele ganz zart.
    Der Gang in die Kirche oder ein Gebet,
    gibt mir Kraft, denn der Herrgott versteht.

    Und so lange ich die Zuversicht auch suche,
    sie kommt oftmals in den kleinen Dingen,
    man kann sie nicht erzwingen.

    Was ist überhaupt Zuversicht? Zuversicht ist die Gewissheit etwas zu schaffen, während die Hoffnung hofft, dass sie es schafft. Einige Menschen finden ihre Zuversicht in ihrem Glauben, den Gebeten, den Worten in der Kirche. Andere Menschen finden Zuversicht in Veränderungen wie einem Umzug in ein anderes Bundesland, ein anderes Land, einem kompletten Neuanfang. Wieder andere nehmen die Zuversicht aus einer sehr guten Freundschaft.

    Andere nehmen die Zuversicht aus sich selbst.

  • Ohne Zuversicht

    Keine Hoffnung, kein Mut, keine Zuversicht,
    ich stehe hier und sehe nicht einmal das Licht.
    Jede gute Verbindung im Kopf ist gegangen,
    ich bin in meinem Gedanken Kreisel gefangen.

    Ich grübel, denke und überleg,
    der Blick aus dem Fenster, kein Ausweg.
    Das Spiegelbild, verdreckt und verzerrt,
    ich bin in meinem Körper eingesperrt.

    Alles zerstört und gesprungen,
    die Psyche hat meine Gefühle verschlungen.

    Für Menschen, mit psychischen Erkrankungen, ist es oftmals schwierig, zuversichtlich zu sein. Je nach Schwere fallen Menschen mit psychischer Erkrankung schon kleine Dinge schwer, angefangen beim Aufstehen, Körperhygiene usw. Es gibt keinen Glauben an eine Zukunft. Je tiefer man in der Erkrankung steckt, desto schwieriger ist es auch mit den sozialen Kontakten. Freunde und Bekannte wenden sich ab, obwohl sie so wichtig wären. Der Erkrankte stößt aber auch oftmals alle vor den Kopf und bricht die Kontakte ab, aus Scham, Angst und oftmals auch, weil man sich nicht verstanden fühlt.

    Vereine wie Seelenbuddys, den man bei Instagram unter seelenbuddys_ev findet, und andere Organisationen können helfen.

  • Türen öffnen

    Wie jeder Tag wird, wie jede Woche wird, wie jeder Monat wird, wie jedes Jahr wird: Wie die Zukunft wird, hängt davon ab, welche Türe wir jeweils öffnen.

  • Achtsamkeit statt Langeweile

    Sitze am Bahnsteig und verweile,
    ganz ohne Hast und Eile.
    Versuche in einem Buch zu lesen,
    es ist fantastisch, denn es geht um Fabelwesen.

    Doch möchte ich auch nichts verpassen
    und beobachte die Menschenmassen.
    Einige lachen, andere schimpfen und Kinder quengeln,
    wieder andere rennen und die nächsten drängeln.

    Während ich so sitze und beobachte,
    und mir Gedanken über die Menschen machte,
    da fällt mir auf, wie viele vor lauter Langeweile,
    mit ihrem Handy hantierten voll gestresst und in Eile,
    sie spüren nicht, sie denken nicht,
    sie achten nicht und andere sehen sie nicht.

    Nimm dir die Zeit und verweile,
    beobachte die Menschen ganz ohne Vorurteile.
    Nur einen Moment für dich, ganz achtsam,
    spüre die Energie, sie kommt zurück, ganz langsam.

    Wartezeiten oder Zeiten der Langeweile sollte man versuchen für sich zu nutzen, es ist nicht immer einfach. Man kann etwa kleine Achtsamkeitsübungen machen oder auch ganz allgemein wieder achtsamer für die Umgebung sein. Langeweile ist nicht grundsätzlich negativ zu betrachten, Langeweile kann als Motor, als Antrieb gesehen werden, etwas Neues für sich zu entdecken, vielleicht eine Sprache lernen oder etwas Kreatives machen.

  • Litfaßsäulen als Kunstobjekte

    Litfaßsäulen boten früher Orientierungspunkte in der Stadt. Um etwas lesen zu können, mussten sich die Menschen nahe an den Säulen stellen. Sie boten einen Treffpunkt zum Verweilen und zum Diskutieren an. Heute sitzen wir vor einem quadratischen Bildschirm, kommunizieren digital, klicken uns auf digitale Plattformen durch Millionen von Fotos.

    Wenn ich heute Litfaßsäulen entdecke, dann sehen sie langweilig aus: grau, mit alten Plakatresten oder Papierfetzen.

    Diese Litfaßsäulen, fotografisch in Szene gesetzt, sollen ein Plädoyer dafür sein, ihnen wieder vielleicht auch einen künstlerischen Sinn im öffentlichen Raum zu geben.

  • Meetings

    Wer kennt sie nicht, die langweiligen und scheinbar endlosen Online-Besprechungen? Die Zeit scheint nicht zu vergehen, die Konzentration lässt nach, die Augen fallen zu …

    Zum Glück fordert diese Langeweile unsere Kreativität heraus.

    So lassen sich auf jedem Schreibtisch unzählige Dinge finden, mit denen man sich beschäftigen kann.

    Viel Spaß!

  • Gebraucht, was am Ende bleibt

    Der Kleiderschrank
    Sie ist mit 93 Jahren gegangen,
    Ihre Bett- und Tischwaren, sowie die Kleidung,
    in den Schränken gefangen.
    Einiges davon gebraucht und vieles auch nicht,
    Du öffnest den Schrank und diese Dinge erblicken seit langer Zeit mal wieder Licht.

    Von ihr geliebt und von anderen nicht,
    was bleibt übrig von ihr und was bleibt nicht.
    Am Ende bleibt vielleicht eine kleine Erinnerung,
    all ihre Sachen für niemanden von Bedeutung, einfach nur eine Anreihung, eine Ansammlung.

    Was wusste man und was nicht,
    du erkennst, du kanntest sie nicht.
    Die meisten Menschen sind materiell und haben nur wenig Emotionen,
    Sie glauben immer, es muss sich doch lohnen.

    Sie hat Liebe und Zuneigung gebraucht,
    doch am Ende bleibt nur ein letzter einsamer Hauch.
    Was bleibt am Ende des Lebens?
    Was brauchen wir wirklich?

    Viele Menschen sterben einsam, keiner hat sich wirklich gekümmert. Wenn der Mensch gegangen ist, dann geht der Kampf der Erben los und niemanden interessiert, wie es dem Menschen am Ende ging. Für die gestorbene Person hatten viele Dinge einen besonderen Wert, ein alter Schrank, ein besonderes Schmuckstück, ein Kleidungsstück. Die Erben schmeißen alles weg, was ihrer Meinung nach nichts bringt. Und am Ende bleibt dann oftmals nicht einmal die Erinnerung.

    Was benötigen wir wirklich? Wirklich wichtig sind soziale Kontakte, Liebe, Geborgenheit, Gesundheit, Zeit für sich selbst, um nur einiges zu nennen.

    Die Bilder sind clean und farblos gehalten. Es stellt die Sicht des Hinterbliebenen dar, oftmals ist es nur ein sehr kurzer und schneller Blick.

  • Der Wäscheklammerstreik

    Seit Jahrzehnten wurden wir nur dazu gebraucht, um gewaschene Wäsche aufzuhängen. Es reicht jetzt, wir wollen auch mal etwas anderes tun, als nur Unterhosen, Socken, T-Shirts usw. zu sehen. Um uns durchzusetzen, haben wir wochenlang gestreikt. Da musste unser Besitzer einiges einstecken. Viele dachten, er sei verwahrlost und rümpften ihre Nase, weil er mit dreckiger und ungewaschener Wäsche herumlief. Irgendwann hielt er es nicht mehr aus, und wir durften unseren Spaß haben. Wir haben Fischangeln (Rollmöpse) gespielt und durften uns an sie klammern. Highlight war das Rollenspiel, in dem wir die Fische waren.

  • Heimaten

    Heimat geht nicht nur den Einzelnen etwas an, sondern alle Menschen, und ist ein gesellschaftliches Thema.

    Heimat ist, wo sich Kinder entfalten können. Entfalten heißt nicht nur schulische Bildung, sondern auch Persönlichkeitsbildung. Die Grundschule in Duisburg-Walsum, die ich als Kind besuchte, war autoritärer. Kinder wurden damals noch geschlagen, heute zum Glück undenkbar. Aber ist es eine Heimat für Kinder, wenn sie heutzutage außerhalb der Schule keine Bildung mehr erfahren?

    Das entwurzelte Heim steht in Gedenken für all jene, die aus unterschiedlichsten Gründen gezwungen sind, ihr Heim, ihr Zuhause zu verlassen.

    Heimat ist, wo die Menschen in Frieden leben können. Bunte Blüten stehen als Symbole für die Unterschiedlichkeit der Menschen, Religionen, Kulturen, Hautfarben. Es gibt diese Orte, an denen Menschen in Frieden zusammenleben können. Vielleicht gibt es ja Hoffnung, dass das Zusammenleben auch an anderen Orten möglich ist.

    Die Matratze eines Obdachlosen: Kann man Straße als Heimat bezeichnen?

    Das Hambacher Schloss ist ein Symbol für Demokratie und Freiheit. Heimat ist, wo Menschen in einer Staatsform leben dürfen, in welcher Menschenrechte geachtet werden.

  • Die Nähe zu mir

    Kann ich mich auch begleiten,
    ohne ständig meine Grenzen zu überschreiten?
    Kann ich es wirklich wagen,
    mich selbst zu ertragen?

    Bin ich irgendwann gut genug und richtig
    und auch für mich selber wichtig?
    Bin ich wirklich hässlich
    oder ist dieses Gefühl einfach verlässlich?

    Ich nehme mir Ruhepausen
    und lache über meine Flausen.
    Ich werde Tagebuch schreiben können
    und mir Selbstliebe gönnen.

    Ich werde einfach mal nein sagen,
    ohne ständige Gewissens plagen.
    Ich traue mich für mich zu, Tanzen
    und meine Nähe zu genießen im Ganzen.


    Es gibt viele unterschiedliche Gründe, warum man die eigene Nähe nicht ertragen kann, warum man nicht mit sich allein sein kann. Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Sie sich selbst nahe sein können, die eigene Nähe ertragen? Können Sie die eigenen Grenzen erkennen und in Selbstliebe akzeptieren oder gehören Sie vielmehr zu den Menschen, die immer noch einen Sack obendrauf packen? Was macht schon der eine Sack mehr aus, es ist nur einer. Dieser eine Sack pro Tag bedeutet weniger Akzeptanz und Respekt sich selbst gegenüber, und so entfernt man sich Stück für Stück von sich selbst. Irgendwann hat man sich so weit entfernt, dass man gar nicht mehr weiß, wie es sich richtig anfühlt und wer man ist. Man kennt seinen Wert nicht mehr, flüchtet sich in Abhängigkeiten und kann die eigene Nähe nicht mehr ertragen.

    Die eigene Nähe annehmen bedeutet, sich mit seinen Gefühlen, Grenzen und Gedanken auseinanderzusetzen, sich Selbstliebe und Wertschätzung zu gönnen.

  • Beschützer

    Eine große Schafherde, Ziegen und andere Tiere gibt es hier. Der Tisch für die Hyänen scheint reichlich gedeckt zu sein. Wenn die Dunkelheit anbricht, kann man ihr Lachen schon von Weitem hören. Aber sie haben keine Chance, denn die beiden Hunde bleiben in der Nähe der Schafherde. Während Coco, der Große, mit seinem Zwillingsbruder auf die Hyänen losgeht, bleibt Lizzy in der Nähe der Schafherde und bellt Alarm, sobald sich nur eine Hyäne den Tieren nähert. Dreckig, struppig und müde kommen sie morgens aus dem Wald und ruhen sich aus.

  • Rot ist die Farbe vieler Emotionen.

    Ob hellrot, dunkelrot oder leuchtend rot – es können ganz unterschiedliche Assoziationen hervorgerufen werden.

    So kann Rot nicht nur Gefahr, Wut und Aggressionen symbolisieren, sondern auch Kraft, Energie und Wärme bis hin zu Leichtigkeit und Liebe.

  • Doppel

    Objektive und subjektive Fotografie – was ist das? Gibt es objektive Fotografie überhaupt, oder ist jedes aufgenommene Bild auch ein Selbstporträt? Kann man etwas überhaupt so fotografieren, »wie es ist«?

    Die Parallelen zeigen ein Abbild in Schwarz und Weiß neben dem abgebildeten Objekt. Haben wir nun ein objektives und ein subjektives Bild, oder wird das Objekt nun doppelt subjektiv?

  • Vitamin B

    Oje, oje,
    es fehlt mir Vitamin B.
    Dies erzeugt einen Mangel,
    das gibt im Körper ein ordentliches Gerangel.

    Du brauchst ein funktionierendes Gehirn,
    drum solltest du Vitamin B6 zuführen,
    iss Avocado, Lachs und Putenbrust
    mit viel Genuss, ganz ohne Frust.
    Gesunde Haut, Haare und Nägel,
    dies erfordert einen guten Vitaminpegel.
    Wichtig hierfür ist Vitamin B7,
    da solltest du Eier, Nüsse und Leber lieben.
    Haarausfall, Nervenschäden und Gedächtnisschwäche,
    nur einige Symptome, von denen ich hier spreche.

    Doch keine Angst und sei nicht bange,
    Vitamin B12 ist wichtig für diese Belange.
    Wie du siehst, ist Vitamin B gut für Körper und Geist,
    drum achte auf das, was du verspeist.

  • Die B-Maus

    Wie man sieht, bin ich eine Maus.

    Ich bin aber keine gewöhnliche Maus, sondern eine besondere. Ich bin nämlich die B-Maus. Jetzt habe ich Urlaub und es regnet ununterbrochen. Mein Urlaub fällt wortwörtlich ins Wasser. Was mache ich jetzt bloß?

    Ah, ich habe eine Idee. Ich habe mir ein Floß gebaut und damit fahre ich dorthin, wo es warm ist. Das klappt wunderbar mit dem Floß: Ich bin aus dem Regen raus, hier scheint die Sonne.

    Aber eines muss ich noch loswerden: Der Zeichner oder Fotograf ist ein fauler Hund. Der hätte mich wenigstens bunt anmalen können, denn schließlich bin ich die B-Maus. Na ja, ich freue mich auf meinen Urlaub. Also: Ahoi.

  • Mensch und Natur

    Meine Projektidee ist das Verhältnis von Mensch und Natur. Blumen symbolisieren Werte, die vereist sind.

    Die Sonnenblume symbolisiert Fröhlichkeit, Spaß und Wärme. So wie der Mensch die Natur behandelt, schlägt sie eines Tages zurück. Die Folgen kennen wir: Klimaveränderung, Überschwemmungen usw. Deshalb ist die Blume mit ihren Werten vereist. Wird sich das auch auf den Umgang unter den Menschen auswirken? Wird der Umgang auch irgendwann eiskalt sein?

    Alpenveilchen stehen für Segen, Schutz und Gnade. Segen kommt aus dem Lateinischen, von jemandem gut sprechen, jemanden loben. Die Natur spricht mit uns, aber wir verstehen sie nicht. Mit unserem Verhalten ihr gegenüber kennt sie keine Gnade. Ihr Schutz für das Leben auf der Erde droht zu versagen. Sind wir schutzlos ausgeliefert?

    Die Rose steht für die Liebe. Aber die Liebe für die Natur, das Ja zum Leben ist eingefroren.

    Orchideen gelten als Zeichen der Bewunderung und Schönheit. Wir bewundern die Natur als Wunder nicht mehr. Ihre Schönheit verkennen wir. Wir beuten sie aus.

    Die gelbe Chrysantheme symbolisiert Einigkeit. Wir Menschen sind uns nicht einig, zumindest nicht darin, die Natur und damit das Leben zukünftiger Generationen zu schützen.

    So wie die Pusteblume ihre Früchte durch den Wind verteilen lässt, stirbt sie ab, und es wachsen neue. Das ist der Kreislauf der Natur. Der ist aber nicht mehr intakt. Pflanzen und Tiere drohen auszusterben. Der Mensch auch?

  • Gefühle

    Gefühle zum Leben sehr wichtig,
    ohne wäre das Leben nichtig,
    schützend vor Leid und Gefahr,
    drum lass sie zu und nehme sie wahr.
    Gefühle sind gewaltig und mächtig,
    verbindend und berechtigt,
    energisch und schützend,
    die Gemeinschaft fördernd und stützend.
    Die Evolution hat sich was dabei gedacht,
    Gefühle geben Mut und Macht,
    im normalen Maß und mit Bedacht,
    sei sorgsam und hab acht.

    Gefühle entstanden im Laufe der Evolution, dienten ursprünglich zum Erreichen von bestimmten Zielen, zum Handeln in bestimmten Situationen, zum Überleben und für den Zusammenhalt. Somit könnte man sagen, es gibt keine schlechten Gefühle. Gefühle haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, sind differenzierter geworden. Die Gehirne der Menschen wurden größer und komplizierter.

    Die Forschung unterscheidet sieben Grundemotionen: Überraschung, Angst, Trauer, Wut, Verachtung, Ekel und Freude.

    Gefühle sind unter anderem an der Mimik eines Menschen zu erkennen. In der heutigen Zeit werden sie anders bewertet: Wut wird oftmals mit Aggression gleichgesetzt, in der Evolution diente die Wut z. B. als Motor auf der Jagd. Wut ist ein Gefühl, das sehr viel Energie freisetzt: Sie macht lebendig.

    Angst heutzutage ein Zeichen von Schwäche, früher absolut wichtig für das Überleben.

    Ekel war Schutz vor giftigen Pflanzen oder verdorbenen Lebensmitteln, heutzutage ekeln sich die Menschen vor vielen unterschiedlichen Dingen wie Schlangen, Spinnen oder Knöpfen.

    Trauer war früher ein sehr stark verbindendes Gefühl, es hat die Gemeinschaft gefördert. Heutzutage ist man oftmals mit seiner Trauer allein.

    Joseph Ledoux, renommierter amerikanischer Hirnforscher, sagte: »Viele Emotionen sind der Weisheit der Evolution zu verdanken, die vermutlich mehr Intelligenz besitzt als alle Menschen zusammen«.

  • Der Birnbaum

    Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
    Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
    Und kam die goldene Herbsteszeit
    Und die Birnen leuchteten weit und breit,
    Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
    Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.

    Theodor Fontane

  • Ungeheuer traurig

    Der Tod ist ungeheuer traurig. Viele Menschen gehen auf den Friedhof und realisieren mit ihrem Besuch das Loslassen von einem verstorbenen Partner oder Familienmitglied. Ein Grab als Anlaufpunkt erleichtert die Trauerarbeit, aber auch den Abschied vom geliebten Menschen.

    Als Ausdruck der Verbundenheit über den Tod hinaus dient die manchmal aufwendige Grabgestaltung. Die Ausgestaltung des Grabes gibt Orientierungshilfe für die direkten Angehörigen und dient als sichtbare Erinnerung an den traurigen Moment des Abschiednehmens.

  • UNGEHEUER – unsere Endlichkeit

    Sobald Leben beginnt, beginnt auch das langsame Sterben.

    Der Tod ist für uns unausweichlich.

  • Lieblichkeit

    Macht erst die Patina gruselig?

  • Ungeheuer der Kindheit

    Wovor haben sich meine Kinder und meine Freunde in ihrer Kindheit gefürchtet?

    Die Resonanz war sehr spannend und ging von Spinnen unter dem Toilettendeckel bis zum süddeutschen »Nachtrab«, schwarzen Rabenvögeln.

    Die meisten Ängste hatten tatsächlich mit dem Kinderzimmer, Keller und dem Wald zu tun, gepaart mit Tieren wie Spinnen oder Eulen und natürlich jeglichen Arten von Monstern oder Geistern.

  • Steinerne Ungeheuer

    Chimären, Wolpertinger, was fällt uns nicht alles ein, um den Blick von uns selbst zu lenken.

  • GrünGürtel-Tier

    Ungeheuer ist viel. Doch nichts ungeheuerlicher als der Mensch. Robert Gernhardt hat dem Menschen ein ungeheuerliches Wesen an die Seite gestellt, das GrünGürtel-Tier. Es soll in Frankfurt eine ganze Reihe davon geben…

    »Heia! Bitte folgen Sie mir
    Auf dem Weg durch das GrünGürtel-Tier-Revier.
    Es lohnt sich! Besagtes Tier ist so rar
    Wie das Kreuzungsergebnis von Wutz, Molch und Star.
    Und es lebt dem Vernehmen nach ausschließlich hier:
    Auf geht’s! Wer findet das GrünGürtel-Tier?«

    (Robert Gernhardt 2002)

  • Wir

    Das Ungeheuer sind wir.

    Wenn wir es zulassen.

    Wir kommen unschuldig auf die Welt, manche straucheln, andere werden in einen Abgrund der Gewalt gesogen. Die Hoffnung bleibt, dass das Gute in uns stärker ist als das Ungeheuer und wir die Welt friedvoll und lebenswert für unsere Nachwelt erhalten.

  • Mensch

    Aus Sicht des Menschen ist ein Ungeheuer ein böses Tier, das Angst einflößt und gefährlich ist. Etwas, wovor man sich in Sicherheit bringen muss. Das Wort ungeheuer wird gerne genutzt, um etwas genauer zu beschreiben, es hervorzuheben: Er war ungeheuer freundlich …

    Meiner Meinung nach, sind es die Menschen, die sich auf diesem Planeten wie die Ungeheuer benehmen. Tiere werden ausgerottet, Bäume gefällt, Urwälder gerodet, Blumen gepflückt und Ozeane verschmutzt.

  • KI

    Künstliche Intelligenz ist zurzeit in aller Munde. Sei es zur Generierung von Texten mit
    ChatGPT oder zur Erstellung von Bildern oder fotoähnlichen Darstellungen mit
    Programmen wie Dall-E, Stable Diffusion oder Midjourney. Dabei ist es schon
    ungeheuerlich, wie selbst Laien durch Eingabe einfacher Prompts, also Textanweisungen,
    wie ein Bild in etwas aussehen soll, beeindruckende Ergebnisse erzielen können.

    Die hier gezeigten Bilder wurden über einen frei zugänglichen Versuchsaccount der Software
    Midjourney generiert. Zur Generierung der Bilder wurden Prompts wie »Unheimliche, fotoähnliche Darstellung eines Geistes in einem alten Schlafzimmer« verwendet.

    Ich finde, die Ergebnisse sind ungeheuer und die zukünftigen Möglichkeiten werden noch
    ungeheuerlicher sein!

  • unglaublich

    Wann benutzen wir den Begriff UNGEHEUER, in welchen Zusammenhängen?

    Mitunter, wenn Worte wie sehr, außerordentlich, enorm, immens oder extrem nicht ausreichend erscheinen. Als wäre er eine Steigerung dieser Worte.

    Die Kategorie des Unvorstellbaren und Unermesslichen.

  • maskiert

    Masken!

    Schon als Kind hatte ich Angst davor. Es ist mir unheimlich, ja ungeheuerlich, was oder wer hinter einer Maske steckt.

  • Wuchern

    Wie riesige Ungeheuer aus Beton ragen sie in den Himmel. 

    So mächtig mit breiten Schultern, drohen dich förmlich zu erschlagen. 

    So stehen sie da, wie eine Armee im Nebel, und lauern. 

    Womöglich mit ungeheuer hohen Mieten, dafür aber mit einer ungeheuer tollen Aussicht.

  • Hainbuchen

    Totholz ist die Bezeichnung für abgestorbene Bäume im Wald. Totholz zeugt vom Leben eines Baumes. Er war Teil des Räderwerks der Natur und hat uns Schatten gespendet.

    Jetzt, in seinem hohen Alter, gibt ihm die Natur neue Aufgaben, damit er in Würde gehen kann. Seine letzten Jahre bieten uns fantastische Blicke. Er wird uns verlassen, ohne etwas zu hinterlassen.

    Das ist der Unterschied zum Menschen, der neues Wissen, Kunst, Literatur, Musik hinterlässt. Aber der Mensch hinterlässt auch Müll, eine zerstörte Natur.

  • Alltagsungeheuer

    Die Ungeheuer unserer imperialen Lebensweise haben sich in unserem Alltagsleben hineingefressen. Wir füttern sie und denken nicht daran, dass unsere Lebensart oft nur auf Kosten anderer möglich ist. Die sozialen und ökologischen Konsequenzen, die mit dem extremen Wachstum der Ungeheuer in der westlichen Welt einhergehen, erschüttern uns. Ihre Existenz blenden wir gerne aus. Es ist ein Ungleichgewicht von Macht und Machtlosigkeit, von Reichtum und Armut, von Herrschaft und moderner Sklaverei.

    Die Ungeheuer unserer imperialen Lebensart begegnen uns überall.

                                                          

  • Ungeheuer klein – aber ungeheuer schön!

    Moos besitzt keine Blüten, sondern nur kleine, grüne Sporenkapseln, und kann auf den ersten Blick mit anderen bunten Blühpflanzen nicht mithalten. Daher bezeichnet man Moos auch als »Pflanzen, die im Verborgenen blühen«.

    Es sind zierliche, fragile Pflanzen, die dennoch so robust sind, dass sie an den Ort, an dem sie wachsen, keine großen Ansprüche stellen.

  • Ungeheur kaputt

    Entstanden sind die Bilder in Zqaltubo/Georgien. 

    In der Sowjetzeit war Zqaltubo einer der größten Kurorte. Wegen seiner leicht radioaktiven Thermalquellen war es bereits seit dem 19. Jahrhundert als Heilbad bekannt.

    Heute sind die meisten Sanatorien nur noch Ruinen, Verfall einer untergegangenen Zeit. Auch in unserem Hotel gibt es einen Lost-place-Trakt, teilweise stammen auch die Fotos von dort. 

  • Lichtmonster

    Ein- und dieselben Ungeheuer habe ich mit verschiedenen ungeheuerlichen Einstellungen fotografiert, was fotografisch betrachtet nicht zu ungeheuer aufregenden Fotos geführt hat, aber eine ungeheuer gute Übung für das Kennenlernen und Experimentieren mit den Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera war.

    Man muss beim Fotografieren nicht immer alles ungeheuer ernst nehmen, sondern einfach mal machen.

  • Der Lack ist ab

    Gut gesichert liegen vergessene, aber unverzichtbare Dinge im Keller. Gerade Werkzeug wird immer wieder gebraucht. Aber, was ist das? Sauerstoff und Wasser haben die silbrigen und farbigen Oberflächen mit einer orange-braunen Patina überzogen. Wohl doch zu lange gewartet. Aus praktischen Helfern sind rostige Ungeheuer geworden.

  • Baumgeister

    Die Rindenstruktur alter Obstbäume ist oft zerfurcht und aufgebrochen. Seltsamste Formen bilden sich. Licht und Schattenspiel verstärken diesen Effekt.

    Oft nimmt man sie gar nicht wahr. Erst durch die Suche kann der Blick auf diese seltsamen Wesen gelingen.

    Durch verschiedene Positionen und Blickwinkel verändern sich die Formen und es entstehen andere Ungeheuer. Licht und Schatten verstärken diese Eindrücke.

    Sie alle sind jedoch friedlich und verändern ihr Aussehen durch den Einfluss von Witterung, Wind und Wetter. So entstehen im Laufe der Zeit „neue Ungeheuer“ und das Spiel beginnt von vorn.

  • Fabelhaft

    Die Fantasie ist es, die alltägliche Dinge und Begebenheiten anders erscheinen lässt, in neue Kontexte stellt und andere Welten erschafft: Parallelwelten, abstrakte Welten, mystische Welten, fantastische Welten.

    Betrachten wir alltägliche Dinge wie Astverzweigungen, Ilexblätter, verwelkte und getrocknete Orchideenblüten und sich bildende Seitentriebe eines Orchideenblütentriebs mit anderen Augen, vergrößern sie bis zur Abstraktion, ziehen sparsam Konturen nach, setzen Punkte und kleine Striche, fügen Köpfe und Augen hinzu: Schon sind Fabelwesen entstanden, die es bisher nicht gab.

  • Alles nur Geschichten

    Schwaches Licht, ein brechender Zweig
    Hallo? Ist da jemand? Was ist das?

    Etwas Großes, Dunkles, bewegt es sich?
    Das ist das Gefährliche an Ungeheuern: Man weiß nicht, ob sie gefährlich sind.

    Es kommt näher, wird immer größer und bedrohlicher, bis man dann erkennt:
    Das sind alles nur Geschichten

  • Ikarus

    Sie schrauben sich in ungeheure Höhen.

    Was stellen sie in den Schatten?

  • Einsicht

    Memento Monstrum!

    Bedenke, in dir steckt ein Ungeheuer.

    Ich stelle mich meinen Dämonen, dem Ungeheuerlichen in mir.

  • Die Hölle, das sind die anderen

    Meine Bilder sind schön, im Sinne von ästhetisch, aber gruselig.
    Das Feedback habe ich oft gehört. Was allerdings das Gruselige, das Ungeheuer, war,
    konnte mir keiner benennen. Ästhetisch wie Instagram, dahinter das Monster der Perfektion, der Lüge, der Verzerrung des Menschlichen.

    »Die Hölle, das sind die anderen«, beruht auf der Philosophie Sartres.

    Wenn Du allein bist, also nur existierst, gibt es für Dich kein Falsch oder Richtig, da es nur Dich als Befrager gibt. Für Dich allein ist alles im Reinen, doch wenn Du Erfahrungen sammelst und beginnst, Fehler zu begehen, von anderen erklärt bekommst, was falsch und richtig ist, dann zweifelst Du an Dir.

    Um zu begreifen, wer man ist und wer man sein will, muss man sich stets auf die Meinung anderer berufen. Ob dies Dein »Ich« zufriedenstellt, sei dahingestellt.

  • Prostituierte

    Du bist jung und dein Körper zart, 
    die Männer sind grausam und hart. 
    Entführt aus Tschechien, Ungarn oder Polen,
    man hat dich gezwungen und dir dein Leben gestohlen. 

    Doch durch deine Prostitution, 
    werden sie von ihrem Druck befreit, 
    dafür bekommst du 5 € als Lohn,
    welch ein Hohn. 

    Du bist die Sklavin ihrer Lust und Gier, 
    sie packen dich wie ein wildes Tier.
    Dein Weinen und dein Flehen sind ihnen egal,
    was kümmert sie schon deine Qual?.

    Ekel und Scham überkommen dich
    und deine junge Seele zerbricht. 
    Dein Körper und dein Gesicht mit Narben versehen, 
    du möchtest sterben, einfach gehen. 

    Zwangsprostitution und Ausbeutung in Deutschland: Viele der Opfer kommen aus dem Osten Europas und aus »Dritte-Welt-Ländern«, aber auch bereits in Deutschland Lebende werden zu Opfern. Die Ausweispapiere werden ihnen abgenommen oder sie werden mit gefälschten Ausweisen ausgestattet, ständig überwacht, gefügig gemacht durch sexuelle und körperliche Gewalt, durch Zwangseinnahme von Alkohol, Drogen und Medikamenten, durch Vortäuschung guter Kontakte zu Polizei und Behörden oder durch Foto- und Videoaufnahmen sowie durch Drohungen, die Familie zu informieren oder der Familie was anzutun.

    Die Zwangssituation wird bewusst ausgenutzt. Die Opfer leiden massiv unter den Folgen der Gewalt, ebenso unter der Ausbeutung, sind stark traumatisiert und benötigen psychische und medizinische Hilfe. Häufig ist es für sie unmöglich, eine Gerichtsverhandlung ohne erneute Traumatisierung durchzustehen, sofern die Drahtzieher überhaupt ermittelt werden können. Oftmals sind es nur die kleinen Fische, die gefasst werden.

  • Nachbarschaft

    Im Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße feierten Deutsche, Franzosen, Polen, Bürger und Bürgerinnen aus allen gesellschaftlichen Schichten das Hambacher Fest.

    Sie setzten sich ein für Meinungs- und Pressefreiheit, Einheit, Freiheit, Demokratie in Deutschland und Europa. Schon im Vorfeld gab es Freiheitsbewegungen in ganz Europa, das Fest war der Höhepunkt. Die Versammelten riefen die Forderung nach einem »conföderierten republikanischen Europa« aus.

    Die Festredner bekannten mehrheitlich ihre Solidarität mit anderen Völkern, die ebenfalls für ihre Freiheiten kämpften, und sie machten ihre Verbundenheit mit den europäischen Nachbarn deutlich.

    Das Hambacher Schloss ist eine Stätte deutscher und europäischer Demokratiegeschichte, es wurde ausgezeichnet mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel, symbolhaft und beispielhaft für die europäische Einigung.

  • Das Geheimnis der Scuderia

    Rot ist die Farbe der Liebenden und die des Kämpfers, es ist die Farbe von höchsten Gefühlen: Kraft, Feuer und wilder Leidenschaft.

    Der rote Rennstall von Ferrari rangiert in der Formel 1 nicht erst seit Michael Schumacher ganz vorne in der Königsklasse des Rennsports. Die Scuderia steht für Sportgeschichte, gespickt mit Rekorden, Dramen, großem Kino und vergessen Helden. Doch für Besucher und Zuschauer liegt der eigentliche Reiz nicht nur beim Rennen, sondern auch am Drum und Dran hinter den Kulissen. Zwischen Start und Stopp gibt es ein Geheimnis oder gleich mehrere zu entdecken.

  • Ampeln

    In vielen Städten gibt es kreative Umsetzungen der Ampelmännchen bei den Fußgängerampeln.

    Berühmte lokale Persönlichkeiten oder Charakteristika des jeweiligen Ortes zieren symbolisch ausgewählte Lichtanlagen und machen banale Kreuzungen oder Überwege zu echten Hinguckern.

  • In mir ist alles rot – das Gegenteil von tot

    Auch wenn von außen wenig Lebendigkeit, Lebenslust und Freude zu sehen ist, der Zahn der Zeit zeigt, nach traurigen, schwierigen Lebenszeiten:

    Innen fließt das Leben weiter durch die Adern, schlägt das Herz ganz unbeirrt und bricht Lebensfreude sich Bahn.

  • Wenn die Seele schreit

    Wenn die Seele schreit, ist der schlimmste Schmerz die Ignoranz derer, von denen man Verständnis oder Hilfe erwartet.

    Wenn die Seele schreit, braucht es am Anfang keine Erklärungen oder jemanden, der dir sagt, wie du damit umgehen sollst. Sondern zwei Arme, die sich öffnen und dich auffangen und halten.

  • Rotation

    Rot ist die Abkürzung für Rotation in der Mathematik.

    Ohne Rotation gäbe es keine Materie, kein Leben, keine Technik und keine Fortbewegung. Ohne Fortbewegung kein Weiterkommen und keine Weiterentwicklung.

  • Rotlichtviertel

    Was leuchtet es aus, das rote Licht?

  • My red raincoat

    Wenn schon Regen, dann in Knallrot.

  • Paprikarazzi

    Das Gemüse lockt mit Vitaminen.

    Wirklich?

  • Anderssein

    Um mich rum nur rote Rosen,
    die lachend in Winde tosen
    Alle sind gleich,
    nur ich – ich bin bleich

    Anders sein
    Macht allein
    Ich würde alles geben
    für ein andres Leben

    Gehasst und missverstanden,
    keine Neugier vorhanden,
    für mein Weiß-sein ausgelacht,
    schließlich wurde ich gleichgemacht

    Auf meiner Reise
    finde ich anders Weiße
    und endlich wird mir klar,
    Weiß-sein ist wunderbar
    und ich lerne, mit anderen Augen zu seh’n:
    Das Rote wird erst durch das Weiße schön

    Dieses Gedicht habe ich als Jugendliche geschrieben.

    Heute arbeite ich als Psychotherapeutin mit Jugendlichen und würde gerne die Bilder und das Gedicht in meinem Praxisraum ausstellen, um Mut zum Anderssein zu machen und die Schönheit des Anderssein hervorzuheben.

    Außerdem ist es mein erstes Fotoprojekt und ich habe Angst, ganz viel falsch zu machen – anders zu sein, falsch zu ein, also genau das zu erleben, worum es in dem Gedicht und den Fotos geht.

  • Zuneigung und Liebe

    Die Farbe der Liebe findet sich auch in Schwarz-Weiß-Fotografien.

  • Rote Zeiten

    Die Planungen für eine U-Bahn in Prag gehen bis ins Jahr 1898 zurück. Immer wieder kam dem Bau die Politik dazwischen, zuletzt die kommunistische Machtübernahme 1948: Man wollte keine Pläne aus der Vorkriegszeit realisieren.

    Als in den 1960er-Jahren das Verkehrsaufkommen neue Überlegungen notwendig machte, wurde zunächst eine unterirdische Straßenbahn geplant, der erste Spatenstich erfolgte Anfang 1966. Ein Jahr später wurden die Pläne erneut geändert: Nun sollte es eine vollwertige U-Bahn werden.

    Der erste Abschnitt wurde 1974 am Jahrestag der Befreiung Prags durch die Rote Armee eröffnet.

  • Rot, Ort, Tor

    Drei Buchstaben, welche Bedeutung?

    ROT, eine Farbe, oder ein

    ORT zum Verweilen oder ein

    TOR zum Öffnen?

    Was ist Deine Assoziationen?

  • Splash

    Jede Frucht und Gemüse hat eine andere Eintauchtiefe und das Spritzverhalten ist komplett
    anders. Ob die Wirkung auch an der Farbe liegt?

  • Ohne Rot fehlt etwas

    Wie wirken die Dinge ohne ihre charakteristische Farbe?

  • Rote Schönheiten

    Alles, was schön ist, ist entweder verboten, unmoralisch oder macht dick.

  • Ich sehe Rot!

    Rot ist die auffälligste Farbe im sichtbaren Farbspektrum. Bei Rot müssen wir hinsehen.
    Wir assoziieren damit erhöhte Aufmerksamkeit.
    Rot ist die Farbe der Liebe und Leidenschaft.
    Aber auch Wut, Zorn und Aggression wird mit ihr verbunden.

    Die hohe Anzahl von Absperrschrankengitter im öffentlichen Stadtraum über einen sehr langen Zeitraum macht mich wütend. Es trifft jeden, egal ob Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer.

  • Hexe

    Man hat den Rothaarigen einiges zugeschrieben in dunkler Zeit. Im besten Falle war es das Wissen um die Kräuterheilkunde …

  • Rote Linie

    Wir alle verbrauchen zu viel Energie und zerstören damit die Natur und unser Klima.

    Die Begrenzung der Erderwärmung auf max. 1,5 °C gemäß Pariser Klimaabkommen ist kaum noch zu erreichen. Dagegen regt sich, nicht nur in Lützerath, Widerstand. Wir sind dabei, eine rote Linie zu überschreiten und müssen jetzt handeln, damit unser Planet auch für nachfolgende Generationen gut bewohnbar bleibt.

  • entflammt

    Rot steht für viele Dinge. Es ist die wärmste und dynamischste Farbe. Rot wirkt stimulierend, anregend, es ist optisch nah und auch warnend.

    Feuer beginnt kühl und wird nach und nach immer wärmer – bis es schlussendlich wieder erkaltet

  • Rotkohl

    Je kälter es wird, desto wichtiger ist Wärme von innen.

    Er gehört in der kalten Jahreszeit zu den wichtigen Beilagen, die zu unserem Wohlgefühl beitragen: der Rotkohl.

    Besonders zum Fest der Liebe, Weihnachten, serviert man ihn gern als Beilage. Rotkohl wirkt stimulierend, wärmend, appetitfördernd und anregend. Eigenschaften, die man auch mit Rot assoziiert. In asiatischen Kulturen steht Rot für Glück, Freude und Wohlstand, Empfindungen, die man beim Genuss einer Gänsekeule mit Rotkohl nachvollziehen kann.

    Die Aufnahmen zeigen den Rotkohl aus einer neuen Perspektive.

  • Feurig

    Der Körper spricht immer. Manchmal in Rot.

  • Herbstlich

    Keine Jahreszeit fasziniert mich jedes Jahr mit ihren Farben so sehr wie der Spätherbst. Die Farbe Rot leuchtet in der Mittagssonne intensiv. Satte Farben aller Nuancen von Rot bis Orange und Violett dominieren zum Sonnenuntergang sogar den Himmel. Ein Lichtstrahl am dunklen Waldboden lässt ein absterbendes Blatt erglühen. Dunkelrot-violett geht eine bunte Zeit zu Ende.

  • Rot ist die Liebe – positiv wie negativ

    Das positive Herz strahlt in alle Richtungen.

    Manchmal bekommt es Risse.

    Das negative Herz lässt nichts an sich ran.

    Zum Glück gibt es auch Zwischenräume.

  • Liebesschlösser

    Köln, New York oder Salzburg: Ein Brauch verbreitet sich über den gesamten Erdball, und das in kurzer Zeit. Das Aufhängen der Schlösser zum Besiegeln einer Liebesbeziehung soll ab 2008 von Italien ausgegangen sein. Man entdeckt unterwegs die bunten Schlösser als Zeichen für Zuneigung, Harmonie und den Glauben an eine gemeinsame Zukunft in einer problembeladenen Welt.

    Dabei ist der Gegensatz augenfällig: heiße Gefühle und kaltes Metall. Das Schloss sichtbar aufzuhängen und den Schlüssel wegzuwerfen, soll diese Liebe unverbrüchlich machen. Die Beziehung wird beschworen, obwohl es sicher nicht in allen Fällen eine »ewige« sein wird. Natürlich ist dieser Versuch, die Ausnahmesituation der heftigen Verliebtheit in die materielle Welt zu übertragen, zum Scheitern verurteilt. Der Brauch ist wohl ein Beispiel für magisches Denken, wie es für die Kindheit typisch ist – und damit sehr menschlich.

    Die Farbe der Liebe ist bei den Schlössern durch das Material bedingt nicht die erste Wahl. Vermutlich gibt es sie in Rot nur gegen Aufpreis. Die selteneren roten Exemplare wirken dadurch umso stärker. Bei genauerem Hinschauen entdeckt man Varianten in der Form oder eine Beschriftung, die von Namen und Datum abweicht.

    Nicht überall sind sie willkommen, es gibt Probleme mit dem Gewicht, dem Denkmalschutz oder der Korrosion. In Venedig etwa setzt es eine saftige Geldstrafe, wenn man so ein Schloss aufhängt.
    In Bamberg, wo sie an den Stahlseilen der modernen Kettenbrücke hängen, stören die Schlösser wohl nicht. Die Morgensonne im November bringt das Metall in Rot und Gold zum Leuchten.

  • Rot wie Blut

    Hommage an Nosferatu – Symphonie des Grauens

    Der erste cineastische Vampir, der vor genau 100 Jahren seinen endlosen Schrecken auf der Leinwand begonnen hat …

  • 3 mal 5 Meter unter der Erde

    Wir sind im Bergwerk in Schriesheim, 15 Meter unter der Erde. Es ist das Branigsberger Silber- und Vitriolbergwerk, die Grube heißt »Anna-Elisabeth«.
    Ihre Geschichte begann im Jahr 1473.

    Der Mittelstollen diente seit 1779 als Hauptförderstollen des Vitriolwerkes, im Zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzbunker.

    Weil die Höhe relativ niedrig war, stellte man oft kleine Bergleute ein. Um die sehr schwere Arbeit für die Bergleute attraktiv zu machen, hatten sie gegenüber der Bevölkerung Sonderrechte. Trotzdem war die Arbeit der Bergleute gefährlich und gesundheitsschädlich.

    1985 entschieden sich Bürger aus Schriesheim, die Grube zu erhalten und für Besucher zugänglich zu machen. Es entstand der Verein Bergwerksverein Schriesheim e. V.

  • Vielleicht holt mich jemand raus

    Es war mal eine alte Gitarre, die in einer dunklen Kellerecke stand. Sie trauerte, weil sie schon lange nicht mehr gespielt hat. Sehnsüchtig erinnerte sie sich an die Zeit, als sie mit anderen Instrumenten auf der Bühne stand und die Zuhörer ausflippten. Dann kullerten dicke Tränen aus ihr.
    »Ach«, dachte sie, »wenn mich vielleicht nur irgendjemand hier wieder finden würde und sich meiner schönen Klänge erfreuen würde, das würde mir schon reichen.« Die einzigen, die sich für die Gitarre interessierten, waren Spinnen und andere Krabbeltiere. So fristete sie ihr schäbiges Dasein zwischen Bangen und Hoffnung.

    Eines Tages zitterten ihre Saiten vor Schreck, denn sie wurde durch plötzlich auftauchendes, grelles Licht geblendet. Bevor sie sich aber von dem Schreck erholen konnte, sagte eine sanfte Stimme: »Ich bin eine Fee und habe gehört, dass du so traurig bist. Und deswegen möchte ich dir helfen.« Sprach’s und verschwand.

    Eines Tages öffnete sich die Kellertür, das Licht ging an und jemand sagte: »Oh, da steht ja eine Gitarre.« Er nahm sie, streichelte über ihren Korpus, zupfte ein paar Saiten und lächeltet: „Das ist aber eine schöne Gitarre. Er säuberte sie, zog neue Saiten auf und hatte viel Spaß mit ihr.

  • Ungelogen

    Also, der Umzug in einer Mülltone hat erhebliche Vorteile: Man spart Geld, braucht keine Miete zu bezahlen und bin flexibel, denn ich kann jederzeit den Ort wechseln.

  • Werkstücke

    Schönheit ist nichts Selbstverständliches.

    Um etwas Schönes herzustellen oder zu produzieren, erfordert es Arbeit, Kreativität, Können und unterschiedliche Fähigkeiten.

  • Marokko

    Früher waren die Menschen längere Zeit auf Reisen. Weil sie deshalb Hunger bekamen, wurde ihnen von den Gastgebern Essen angeboten. Auch wer arm war, stellte etwas bereit, und sei es nur etwas zum Knabbern wie z. B. Nüsse. Dieser Brauch existiert noch heute. Wer Gast in einer arabischen Familie ist, sollte Hunger mitbringen. Ablehnung könnte als Beleidigung interpretiert werden.

    Bei den Arabern legt man großen Wert auf Gastfreundschaft. Nicht nur privat, sondern auch geschäftlich. Wer ein Geschäft betritt, sollte sich viel Zeit mitnehmen, denn man bekommt erst mal einen marokkanischen Tee angeboten. Er ist ein wichtiger Bestandteil der marokkanischen Kultur. Für die Teezeremonie werden originale Teeblätter verwendet und frische Minze hinzugefügt. Der Tee schmeckt vorzüglich.

    Das Rechaud sorgt bei Festen und Feiern für guten Duft. Die Kohle wird in Weihrauch getränkt und dann angezündet. Die marokkanischen Teller sind oft handbemalt.

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